SSD-Preise ziehen wegen Coronavirus kräftig an

Von Roland Quandt am 19.02.2020 12:48 Uhr
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Die wachsende Ausbreitung der Lungenkrankheit Covid-2019 ist bereits Ursache von Verzögerungen bei der Produktion von diversen neuen Elek­tronikprodukten, darunter auch Apples iPhone. Jetzt ziehen auch die Prei­se für Solid State Drives (SSDs) kräftig an.

Wie der taiwanische Branchendienst DigiTimes unter Berufung auf Quellen aus der Indus­trie berichtet, haben die Distributoren begonnen, die Preise für SSDs zu erhöhen - und das teilweise deutlich. Hintergrund sind Sorgen der Wiederverkäufer wegen möglicher Pro­duk­tions­aus­fälle und daraus resultierenden Lieferschwierigkeiten aufgrund der Auswirkungen des neuen Coronavirus.

Preise bereits um 15 Prozent gestiegen

Im Vergleich zu der Zeit vor dem chinesischen Neujahrsfest sollen die Preise in China um rund 15 Prozent gestiegen sein, zumindest laut der von den Quellen zitierten Statistiken der Markt­be­o­bach­ter von ChinaFlashMarket. Eigentlich war man zuvor davon ausgegangen, dass die SSD-Preise aufgrund der sinkenden Nachfrage in Folge der "besonderen Situation" in China eher fallen würden, weil das Kaufinteresse deutlich nachlässt.

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Infografik Coronavirus: Diese Länder sind betroffen

Der Einzelhandel hat derzeit wohl vor allem damit zu kämpfen, dass die Hersteller von Solid State Drives die Bestellungen der Distributoren weitestgehend ignorieren und stattdessen versuchen, Lieferengpässe gegenüber den PC-Herstellern zu vermeiden. Weil dadurch Un­si­cher­heit bezüglich der Verfügbarkeit von SSDs für den freien Handel besteht, versuchen die Distributoren mit ihren Preiserhöhungen die Nachfrage zu drosseln und so dafür zu sorgen, dass ihre bestehenden Lagerbestände länger halten.

Gleichzeitig versuchen die PC-Hersteller, deren Vertragsfertiger die SSDs für die Systeme der Markenanbieter oft auch direkt bei den in China angesiedelten Herstellern einkaufen, ihrerseits Engpässen zuvorzukommen und bie­ten deshalb höhere Einkaufspreise an. Sie wollen da­durch sicherstellen, dass mit Wie­der­auf­nahme der Produktion von Laptops und Desk­top-Systemen ausreichend SSDs vor­han­den sind, um weitere Verzögerungen zu verhindern.

Gleichzeitig wird es für die SSD-Hersteller schwerer, ihrerseits Produktionsausfällen vorzubeugen, weil die Zulieferer der von ihnen verwendeten Materialien häufig in der am schwersten von der Covid-2019-Epidemie betroffenen Provinz Hubei angesiedelt sind und deshalb bis auf weiteres nicht mehr arbeiten können. Abgesehen von den Auswirkungen der Epidemie begrenzen die Flash-Hersteller ihrerseits die Verfügbarkeit, weil die Nachfrage aus dem Server-Markt steigt und sie höhere Einnahmen erzielen wollen und somit ohnehin mit steigenden Preisen gerechnet wurde.
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