Rückschlag für Trump: Huawei darf Teile der britischen 5G-Netze bauen

Von Witold Pryjda am 28.01.2020 15:22 Uhr
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Die US-Regierung von Donald Trump hat Huawei zum Mittelpunkt einer Kampagne gemacht, man will den Netzwerkausrüster vom 5G-Ausbau ausschließen. Die britische Regierung von Boris Johnson, der als Trump-Verbündeter gilt, hat Huawei nun dennoch grünes Licht gegeben.

Der chinesischer Hersteller gilt beim Thema 5G als Schwergewicht, doch dem Konzern wird vorgeworfen, der chinesischen Regierung beim Spionieren zu helfen bzw. versteckte Hin­ter­tü­ren einzubauen. Echte Beweise gibt es dafür zwar nicht, dennoch hat die US-Re­gie­rung eine regelrechte Kampagne gegen Huawei gestartet.

Wer hat bei 5G die Nase vorn?
Infografik: Wer hat bei 5G die Nase vorn?

Und die muss nun einen weiteren schweren Rück­schlag hinnehmen: Denn wie unter anderem der Guardian berichtet, habe die britische Re­gie­rung so­wie Premier Boris Johnson dem chi­ne­si­schen Konzern das Ok gegeben, am Netz­aus­bau im Vereinigten Königreich mit­zu­wir­ken. Man stuft Huawei zwar als "Risiko-An­bie­ter" ein, das Unternehmen darf aber an Tei­len des Netz­aus­baus beteiligt werden.

Unter Auflagen und mit Einschränkungen

Genauer gesagt sind es "Nicht-Kern-Elemente" der 5G-Netzwerke. Das bedeutet, dass Hua­wei nicht an sensiblen Bereichen mitarbeiten darf, dazu zählen militärische und nukleare Ein­rich­tun­gen. Dazu kommt, dass Huawei einen Marktanteil von maximal 35 Prozent erreichen darf.

Die britische Politik räumte aber mehr oder we­ni­ger offen ein, dass man keine Wahl hat, da es keine echten Alternativen zu Huawei gibt. Laut einer Quelle spricht man intern offen von einem "Marktversagen". Ein Festhalten am Ausschluss von Huawei hätte bedeutet, dass sich der 5G-Ausbau um zwei bis drei Jahre verzögert und auch höhere Kosten für die Konsumenten zur Folge gehabt hätte. Alles zusammen hätte auch negative Auswirkungen für die gesamte bri­ti­sche Wirtschaft gehabt.

Die Entscheidung wird im Weißen Haus si­cher­lich alles andere als gut ankommen, denn Huawei ist wie erwähnt der zentrale Punkt des Streits um die globale Vorherrschaft beim Thema IT. Die aktuelle Entscheidung gilt aber den­noch als Kompromiss, denn der Ausschluss von "kritischer Infrastruktur" gibt Trump eine Hintertür, das auch als Erfolg zu verbuchen.

Siehe auch: Entscheidung - EU wird Huawei nicht vom Netzausbau ausschließen
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