Breitband andersrum: Telekom mietet sich auf fremden Glasfasern ein

Von Christian Kahle am 22.01.2020 13:33 Uhr
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Der anhaltende Druck zu einer schnelleren Versorgung mit Glasfaser-An­bindungen trägt inzwischen Früchte: Die Deutsche Telekom wird sich im Rahmen eines Pilotprojektes nun sogar in die Infrastruktur eines anderen Betreibers einmieten.



Glasfaserpotential wird nicht ausgeschöpft
Infografik: Glasfaserpotential wird nicht ausgeschöpft

Ein entsprechendes Abkommen hat das Un­ter­neh­men mit dem Netzbetreiber Deutsche Glas­fa­ser unterzeichnet. Das Projekt umfasst erst ein­mal nur den Ort Lüdinghausen in Nord­rhein-West­fa­len. Hier hat die Deutsche Glas­fa­ser ihre Leitungen verlegt und rund 9.000 Häuser an­ge­schlos­sen. Zukünftig können die Ver­brau­cher vor Ort nun auch die Glasfaser-Tarife der Telekom buchen und bekommen die Provider-Dienst­lei­stun­gen dann über den bestehenden Anschluss bereitgestellt.

Bisher kannte man entsprechende Möglichkeiten im Grunde vor allem anders herum, also dass verschiedene Provider über die Infrastruktur der Deutschen Telekom genutzt werden konnten und der ehemalige Staatskonzern so auch an Verträgen beteiligt war, wenn die Kunden bewusst zu einem anderen Anbieter gingen.

Ausweitung schon geplant

"Die heutige Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt zur Beschleunigung des FTTH-Glas­fa­ser­aus­baus. Zwei der wichtigsten Glas­fa­ser­aus­bau­er Deutschlands kooperieren zum Wohl des Endkunden", sagte Uwe Nickl, Chef von Deu­tsche Glas­fa­ser. Direkt profitieren die Nutzer vor Ort von der breiteren Tarif-Aus­wahl auf ihrer Lei­tung. Und wer einen ent­spre­chen­den Ver­trag mit der Telekom abschließt und noch keinen Glas­fa­ser-An­schluss besitzt, wird hier noch nach­träg­lich angebunden.

Entsprechende Kooperationen können aber auch generell für einen beschleunigten Glasfaser-Ausbau sorgen. Denn im Vorfeld entfällt das Gerangel unter den potenziellen Betreibern und für den, der Ausbaut, gibt es eine höhere Planungssicherheit, die Investitionen refinanziert zu bekommen. Daher wollen die beiden Partner die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt nach ei­ni­ger Zeit auswerten und bei guten Ergebnissen auch auf andere Regionen ausweiten.

Siehe auch: Telekom und EWE können Glasfaser-Ausbau im Norden starten

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