Windows 7 ist in großen Firmen nach wie vor extrem verbreitet

Von Witold Pryjda am 21.01.2020 13:41 Uhr
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Vor genau einer Woche gab es für Windows 7 das letzte Mal ein Si­cher­heits-Update, seither gilt das Betriebssystem offiziell als unsicher bzw. veraltet. Das "End of Support"-Datum haben viele Unternehmen ignoriert, vor allem große lassen sich immer noch Zeit beim Umstieg.

Die Zahlen, die BitSight, ein Bewertungsunternehmen für Cybersicherheit, in einer Studie nennt, klingen hoch, ja fast zu hoch. Es gibt aber keinen Grund an ihnen zu zweifeln (via Windows Central). Denn BitSight hat herausgefunden, dass vor allem ganz große Un­ter­neh­men mit mehr als 10.000 Mitarbeitern noch in der einen oder anderen Form auf Windows 7 setzen, genauer gesagt sind es 90 Prozent dieser Firmen.

In Unternehmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern ist das Betriebssystem deutlich seltener vorzufinden, hier wird ein Anteil von 61 Prozent genannt. Ähnlich sieht es auch im Bildungs- und Regierungssektor aus, hier liegen die Anteile über 80 Prozent (84 Prozent und 82 Prozent).

Zum Windows-10-Launch: Ein Blick auf 30 Jahre Windows-Geschichte

Es gibt allerdings eine durchaus schlüssige Erklärung für diese hohen Werte: Laut einem Blog­bei­trag erfasst BitSight dabei nicht die Anzahl der Windows 7-Rechner in einem Un­ter­neh­men, sondern rechnet, dass "mindestens" ein PC mit diesem Betriebssystem läuft. Das bedeutet aber weder, dass die meisten Rechner gefährdet sind, noch dass die Be­dro­hung zu vernachlässigen ist, weil es nur sehr wenige Windows 7-PCs sind.

Bestimmte Sparten sind besonders gefährdet

BitSight gibt allerdings auch einen Einblick auf die Anzahl der Windows 7-Rechner: In den Spar­ten Handel, Transport, Produktion und dem Gesundheitswesen ist die Abhängigkeit von Windows 7 besonders hoch, bei mehr als 40 Prozent läuft einer von vier Rechnern noch mit Windows 7. Im schulischen Sektor ist diese Zahl deutlich kleiner, hier sind es nur zwölf Prozent.

Freilich benötigen gerade bei großen Unternehmen Software-Umstellungen viel Zeit, zudem werden sich einige auch den von Microsoft angebotenen kostenpflichtigen Support leisten (müssen). Und dennoch: Die WannCry-Attacken von 2017 zeigen, wie gefährlich Un­ter­neh­men mit veralteten Betriebssystemen leben.
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