Apple-Chef: Natürlich sind globale Steuer-Regelungen notwendig

Von Christian Kahle am 21.01.2020 11:43 Uhr
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Für Apple-Chef Tim Cook steht es überhaupt nicht in Frage, dass das globale System zur Besteuerung von Unternehmen umfassend neu­ge­stal­tet werden muss. Entsprechenden Vorhaben sprach er seine Un­ter­stüt­zung aus.

Wie auch die anderen international agierenden Mega-Konzerne aus dem Technologie-Bereich, stand Apple in den vergangenen Jahren massiv in der Kritik. Denn auch der Com­pu­ter­kon­zern sorgte mit einem geschickten Geflecht an Tochtergesellschaften dafür, dass Gelder in­tern so verschoben wurden, dass möglichst wenig davon in Form von Steuern abgeführt wer­den mussten. Es gibt bereits seit einiger Zeit Versuche, das zu ändern - bislang aber mit we­nig Erfolg.

Einen neuen Anlauf gibt es derzeit bei der Organization for Economic Cooperation and De­ve­lop­ment (OECD), einer Organisation, in der die meisten westlichen Industrienationen sowie auch Australien, Neuseeland, Japan und Chile zusammengeschlossen sind. "Ich bin hoff­nungs­voll und optimistisch, dass die eine Lösung finden werden", erklärte Cook nun laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Apple-Chef führte aus, dass doch ohnehin jedem klar sei, dass sich etwas ändern müs­se. "Und ich bin sicherlich die letzte Person, die sagen würde, dass das aktuelle System per­fekt ist." Allerdings handle es sich auch um ein sehr komplexes Thema, weil eine in­ter­na­tio­na­le Steuer-Regelung natürlich für alle Seiten möglichst fair gestaltet werden soll.

Bekenntnis zu Irland

Und genau darin liegt das Problem: Die Ma­nage­ments der Konzerne wollen möglichst wenig Steu­ern zahlen und sind dazu auch im In­te­res­se der Besitzer der Unternehmen an­ge­hal­ten. Staaten mit vielen Nutzern würden es gern se­hen, wenn sämtliche Geschäfte mit diesen auch national versteuert würden. Und Länder wie Ir­land leben davon, mit geringen Steu­er­sätzen überhaupt internationale Kon­zer­ne in ihr Land zu locken. Obendrauf kommt noch die Tatsache, dass Steuern selbst in einem Ge­mein­schafts­pro­jekt wie der EU weitgehend in der nationalen Hoheit verbleiben, was übergeordnete Regelungen noch einmal erschwert.

Zumindest will Cook aber die Iren beruhigen: Auch wenn das Land nicht mehr als europäische Steueroase taugt, wolle man dem Land treu bleiben. Hier hatte das Unternehmen schon im Jahr 1980 seine erste europäische Niederlassung und die Verbindung sei nicht zu er­schüt­tern, so Cook. Das dürfte in Irland gut ankommen - immerhin ist Apple mit rund 6000 Be­schäf­tig­ten einer der größten ausländischen Arbeitgeber.

Siehe auch: "Absurd": Apple stemmt sich mit aller Macht gegen EU-Steuerzahlung
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