Samsung baut erstmals neues Display-Werk in Indien & nicht in China

Von Roland Quandt am 20.01.2020 15:01 Uhr
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Samsung sucht offenbar ebenfalls nach Wegen, wie man seine Abhängig­keit von China als Produktionsstandort für High-Tech-Produkte reduzieren kann. Erstmals plant der Konzern deshalb nun den Bau eines Display-Werks in Indien, das wohl vor allem Smartphone-Bildschirme liefern soll.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters und die India Economic Times berichten, hat Sam­sung kürzlich die Voraussetzungen für den Bau eines eigenen Werks für Displays in In­di­en geschaffen. Bisher betreibt die Display-Sparte des koreanischen Elektronikgiganten nur Wer­ke in Südkorea, China und Vietnam. Mit dem Bau des Werks in Indien würde Samsung wohl primär die Fertigung von Smartphones in seinem Werk in der Nähe von Neu-Delhi unter­stützen.

Samsung hat den Berichten zufolge Anfang Januar eine Reihe von Anträgen bei den Be­hör­den der Stadt Noida gestellt, die dem Konzern den Bau eines neuen Werks für Display-Fer­ti­gung ermöglichen sollen. Der Konzern will dafür Grundstücke in Noida nutzen und kündigte an, rund 500 Millionen Dollar in den Bau des Standorts zu investieren.

Samsung baut schon seit 2018 Smartphones in Indien

Die Region um die Millionenmetropole Neu-Delhi ist schon länger Produktionsstandort für Sam­sung, denn seit 2018 betreibt der Konzern dort ein eigenes Smartphone-Werk. Bisher wur­den die dort verbauten Displays aber wohl vor allem aus den chinesischen Werken des Un­ter­neh­mens angeliefert, was sich mit dem Bau des neuen Display-Werks recht bald ändern könnte.

Für Samsung ergeben sich durch die lokale Fer­ti­gung in direkter Nachbarschaft des eben­falls in Noida angesiedelten Smartphone-Werks eine Rei­he von Vorteilen. Einerseits pro­fi­tiert man von der direkten Nähe der beiden Werke. So lie­ßen sich die Fertigungskosten da­durch wohl wei­ter senken, was die Möglichkeit für einen noch günstigeren Vertrieb der fertigen Geräte er­öff­nen dürfte.

Gleichzeitig könnte Samsung auch andere lokale Smartphone-Hersteller mit seinen Displays ver­sor­gen, schließlich verkaufen die Koreaner seit Jah­ren ihre Bildschirme auch an Dritte. Apple verbaut zum Beispiel seit langem Samsung-Dis­plays in seinen iPhones - und produziert seit einiger Zeit bestimmte Modelle für den indischen Markt auch in einem Werk in Indien.
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