Bastelkit: Flexibel nutzbares E-Ink-Panel aus recyceltem Amazon Kindle

Von Roland Quandt am 27.12.2019 17:32 Uhr
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Mit den von Amazon vertriebenen Kindle E-Book-Readern stellen Bastler schon seit Jahren allerhand Dinge an. Mit dem Inkplate 6-Projekt will man nun etwas weiter gehen und die Displays alter Kindle-Geräte recyc­eln und mit WLAN und Bluetooth vollkommen frei verwendbar machen.

Dass ein Amazon Kindle nicht immer nur zum Lesen von Büchern verwendet wird, ist seit Jahren bestens bekannt. Unter anderem werden sie auch als E-Ink-Monitore oder für den Bau von mehr oder weniger aufwendigen Thermometern verwendet. Beim Inkplate 6 sollen nun aber alte Kindle-Bildschirme verwendet werden, um daraus vollkommen frei einsetzbare E-Ink-Displays zu machen, die man mit beliebigen Inhalten bespielen kann.

Inkplate 6
Das Inkplate 6 soll frei einsetzbar sein - auch als E-Reader

Die Macher des Projekts haben eine entsprechende Kampagne bei Crowd Supply gestartet, wo das angestrebte Finanzierungsziel von 10.000 Dollar laut GeekyGadgets längst überwunden wurde. Für 99 Dollar sollen die Unterstützer ab April 2020 jeweils ein Inkplate 6 erhalten können, das dank WLAN und Bluetooth beliebig verwendet werden kann. Neben der Verwendung zur Anzeige von allerhand Inhalten kann man das Panel auf Wunsch auch als eine Art freien E-Ink-Reader verwenden.

Inkplate 6
Das Kindle-Display dient nur als...


Inkplate 6
...Anzeige für die freie Hardware hinten

E-Paper-Display aus dem 6-Zoll-Kindle als Basis, ESP32 als Herz

Wie der Name bereits andeutet, besitzt das Inkplate 6 ein sechs Zoll großes Display aus einem Kindle-Reader, das mit 800x600 Pixeln arbeitet und sowohl vollfarbige als auch graustufige Inhalte mit einer Umschaltzeit von 250 Millisekunden anzeigen kann. Natürlich liegt der Vorteil eines E-Ink-Panels auch hier darin, dass der Bildschirm nur dann Energie verbraucht, wenn sich die angezeigten Inhalte ändern.

Inkplate 6

Das Inkplate 6 wäre ohne etwas mehr dringend nötige Hardware natürlich relativ nutzlos. Die Menschen hinter dem Projekt liefern das Gerät deshalb immer in Kombination mit einem ESP32-kompatiblen WROVER Mikrocontroller mit eingebautem WLAN und Bluetooth sowie einem Dualcore-Prozessor auf ARM-Basis aus. Die Platine ist außerdem mit acht Megabyte RAM und vier MB Flash-Speicher bestückt. Über einen MicroSD-Kartenleser kann man eine beliebige Speicherkarte einsetzen.

Die Bedienung des Displays kann auf Wunsch über drei kapazitive Touch-Felder neben dem Bildschirmrand erfolgen. Hinzu kommt auch noch ein MicroUSB-Port für die Energieversorgung oder Datenübertragung. Das System wird über Arduino IDE oder MyroPython angensprochen, um es beliebige Aufgaben erledigen zu lassen. Da es sich um ein "offenes" Projekt handelt, stehen sowohl Software als auch Design-Dateien zur freien Verfügung.
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