Wettbewerbsverstoß: Google muss 150 Millionen Euro Strafe zahlen

Von Tobias Rduch am 20.12.2019 21:55 Uhr
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Der Suchmaschinenkonzern Google muss in Frankreich eine Strafe in Hö­he von 150 Millionen Euro zahlen. Dem Unternehmen wird ein Missbrauch der marktbeherrschenden Position vorgeworfen. Die französische Wett­be­werbsbehörde sieht die Regeln für Google Ads als undurchsichtig an.

Der Behörde zufolge sei zum Beispiel nur schwer verständlich, nach welchen Regeln die Ac­counts der Werbekunden gesperrt werden. Die Untersuchungen wurden von dem fran­zö­si­schen Unternehmen Gibmedia angestoßen. Der Werbeaccount der Firma wurde im Jahr 2015 gesperrt. Laut Google soll Gibmedia Anzeigen für einige Seiten, die Menschen dazu ver­lei­ten, "Dienstleistungen zu unklaren Angebotsbedingungen" zu bezahlen, geschaltet haben. Daher möchte der Suchmaschinenkonzern noch Berufung gegen die Entscheidung einlegen.

Google muss die Situation verbessern

Dennoch muss Google nun innerhalb von zwei Monaten klarstellen, wie die Situation zukünftig verbessert wird. Ansonsten könnte eine weitere Strafe fällig werden. Der Such­ma­schi­nen­kon­zern soll mit einem Anteil zwischen 90 und 100 Prozent eine "außerordentlich markt­be­herr­schen­de Stellung" im Bereich der Such­ma­schi­nen­wer­bung besitzen. Bei der Strafe in Höhe von 150 Millionen Euro handelt es sich um das bislang dritthöchste Bußgeld, welches die fran­zö­si­sche Wettbewerbsbehörde eigenen An­ga­ben zufolge bis jetzt verhängt hat.

Erst im März wurde der Suchmaschinenkonzern von der EU mit einem Bußgeld belegt. Bei dem Dienst "AdSense for Search" seien andere Werbeanbieter unzulässigerweise be­ein­träch­tigt worden. Die Strafe fiel mit einer Summe von 1,49 Milliarden Euro wesentlich höher aus. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Google inzwischen mehr EU-Geldstrafen als weltweit Steuern zahlt. Im letzten Jahr wurden insgesamt 5,1 Milliarden Dollar an Bußgeldern fällig.

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