Facebook & Instagram verbieten Influencer-Werbung für E-Zigaretten

Von Roland Quandt am 19.12.2019 14:18 Uhr
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Bisher war es auf Umwegen trotzt entsprechender Verbote möglich Werbung für Waffen und Vaping-Produkte auf Facebook und Instagram zu bringen - und zwar mit Hilfe von Influencern, also bezahlten Posts von eigentlich unahängigen Nutzern. Diese Lücke wird jetzt geschlossen.

Wie Facebook als Betrieber von Instagram und seinem eigenen Portal bekannt gab, ist es ab sofort untersagt, sogenannten "Branded Content", also praktisch Influencer-Posts, zu veröffentlichen, mit dem für Waffen, Tabak oder E-Zigaretten geworben wird. Außerdem führt der Konzern neue "spezielle Einschränkungen" für Posts ein, mit denen Alkohol und Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden sollen.

Nach Angaben von Facebook will man "in den kommenden Wochen" damit beginnen, die neuen Verbote und Regeln aktiv durchzusetzen. Unter anderem will der Konzern dabei auch neue Werkzeige für die Nutzer einführen, mit denen ihnen die Einhaltung der Vorgaben erleichtert wird. Dabei will man unter anderem die Möglichkeit schaffen, bestimmte Posts mit Altersbeschränkungen zu versehen.

Es ist das erste Mal, dass Facebook versucht, bei Instagram und seinem eigenen Portal konkrete Verbote auf den Inhalt von Veröffentlichungen individueller Nutzer zu Werbezwecken durchzusetzen. Ganz freiwillig dürfte dies jedoch nicht erfolgen, zumal so mancher populäre Nutzer der Plattformen zahlreiche "Fans" erreicht, so dass Einschränkungen die Attraktivität der Dienste schmälern und im Umkehrschluss geringere Nutzerzahlen zur Folge haben könnten.

Der Druck auf Facebook und seine Tochterfirmen ist zuletzt auch mit Blick auf die von Regulierungsbehörden in verschiedenen Ländern zugelassenen Werbemittel gestiegen. So hatte die britische Aufsicht für Werbung kürzlich die Veröffentlichung von Posts bei Instagram untersagt, in denen Menschen im Alter unter 25 Jahren Werbung für Vaping-Produkte und E-Zigaretten machen. Sollte Facebook also nicht plattformübergreifend aktiv werden, droht dem Konzern also ohnehin Ärger mit den Behörden.
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