Foxconn-Mitarbeiter bauten und verkauften iPhones aus Werks-Schrott

Von Christian Kahle am 19.12.2019 14:39 Uhr
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Der Auftragsfertiger Foxconn ist einem Betrugsring auf die Schliche gekommen, der mit gestohlenen iPhone-Komponenten enorme Gewinne eingefahren haben soll. Dabei dürfte auch vielen Käufern ein signifikanter Schaden entstanden sein.

Ort des Geschehens war ein Foxconn-Werk im chinesischen Zhengzhou, berichtete Taiwan News. Dort werden unter anderem auch diverse iPhone-Komponenten der Vernichtung zugeführt, die bei der Qualitätsprüfung durchgefallen sind. Einige Mitarbeiter - das ging bis ins Management der Fabrik - sollen aber immer wieder falsche Angaben zum Verbleib von Bauteilen in die Bücher geschrieben haben. In Wirklichkeit wurden diese nämlich nicht zerstört, sondern aus dem Werk geschmuggelt.

Anschließend sollen aus den einzelnen Teilen komplette iPhones zusammengesetzt worden sein. Wie diese dann weitervertrieben wurden, ist noch Gegenstand der Untersuchung. So soll geklärt werden, ob die Kriminellen die Geräte in die normalen Handelsketten eingeschleust oder sie letztlich unter der Hand verkauft haben. Immerhin haben die Ermittlungen bereits ergeben, dass die fraglichen Personen rund 43 Millionen Dollar Einnahmen mit der Masche gemacht haben sollen.

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Die berühmten schwarzen Schafe

Zu der Gruppe gehörte neben Mitarbeitern Foxconns auch ein taiwanischer Geschäftsmann, der die ganze Sache von außen koordinierte. Weitergehende Angaben zum Stand der Untersuchungen und welche Vertriebspartner eventuell betroffen sind, wurden nicht weiter ausgeführt. Das Unternehmen arbeitet bei der Aufklärung aber mit verschiedenen Behörden zusammen.

Terry Gou, der zwar seit einigen Monaten nicht mehr Aufsichtsratschef, dem Unternehmen aber noch immer eng verbunden ist, merkte an, dass man aus der Sache nicht darauf schließen solle, dass bei Foxconn generell schlampige Zustände herrschen würden. Bei einem Unternehmen mit über einer Million Mitarbeitern müsse man aber eben auch damit rechnen, dass einige genügend kriminelle Energie mitbrächten, um solch eine Aktion auszuführen.

Siehe auch: Apple kauft ein: Überwachungskamera-Technik verbessert das iPhone
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