China geht einen Schritt weiter: Handyvertrag nur noch mit Gesichtsscan

Von John Woll am 02.12.2019 18:07 Uhr
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Die katastrophalen Entwicklungen in Bezug auf die totale Überwachung seiner Bürger und Einschränkung der Privatsphäre schreitet in China weiter voran. Seit 1. Dezember kann man neue Handyverträge nur noch abschließen, wenn man einen Gesichtsscan durchführen lässt.

China will alle Bürger bei allen Aktivitäten umfassend überwachen können

In vielen Ländern - auch in Deutschland - muss für den Abschluss eines Mobilfunkvertrags ein gültiger Ausweis vorgelegt werden. Auch in China war der Abschluss eines Vertrags für mobile Dienste bisher mit der Vorlage der "nationalen Identifikationskarte" verbunden, außerdem wurden vor Abschluss Fotos des Vertragsinhabers angefertigt. Seit dem 1. Dezember wurden die Regeln zur Vergabe von Mobilfunkverträgen noch einmal deutlich verschärft: Wer in Zukunft in China einen Mobilfunkvertrag abschließen will, muss einen Gesichtsscan anfertigen lassen.

Schöne neue, biometrische Welt

Wie die BBC berichtet, war das entsprechende Gesetz im September vorgestellt worden und ist seit Anfang dieses Monats in Kraft. Wie das zuständige Ministerium für "Industrie und Informationstechnologie" schreibt, sieht man in den neuen Regeln für Telekommunikationsanbieter einen Weg, die angestrebte Identifizierbarkeit aller Internetnutzer durchzusetzen. Eine Mehrzahl der chinesischen Internetnutzer greift über mobile Geräte auf das Netz zu.

Absichten klar

Auch wenn chinesische Behörden immer wieder betonen, dass solche und ähnliche Maßnahmen rund um die Verhinderung der anonymen Nutzung des Netzes dazu dienen, die Sicherheit zu erhöhen und Internetbetrug zu reduzieren, sieht Jeffrey Ding, Forscher rund um chinesische KI an der Oxford University, einen klaren Grund für die schrittweise Verschärfung der Zugangsbedingungen: "Es steht mit der zentralen Bemühung im Zusammenhang, alles im Auge zu behalten. Das ist zumindest der Anspruch."

China verfolgt ganz offen das Ziel, bis 2020 die gesamte Bevölkerung in eine nationale Datenbank aufgenommen zu haben, um dann jedem Bürger basierend auf Steuer- und Regierungsinformationen ein Ranking zuzuweisen. Wie BBC schreibt, spielt die Gesichtserkennung bei diesen Bemühungen eine Schlüsselrolle. Im nächsten Jahr wird der chinesische Staat nach aktuellen Schätzungen über 626 Millionen Überwachungskameras verfügen - eine Kamera für jeden zweiten Bürger.

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