Facebook markiert auf Druck von Singapurs Regierung "Falschmeldung"

Von Nadine Juliana Dressler am 01.12.2019 09:36 Uhr
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Anfang des Jahres machte ein neues Gesetz in Singapur Schlagzeilen, welches Nachrichten mit falschen und irreführenden Behauptungen unterbinden soll. Nun musste Facebook einen ersten Beitrag mit "Fake News" deutlich kenntlich machen.

Das berichtet jetzt Spiegel Online und verweist dabei auf eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Facebook musste demnach auf Behördenanweisung in Singapur eine sogenannte "Korrekturnotiz" veröffentlichen. Das ist im Grunde so etwas ähnliches wie eine Richtigstellung, jedoch aufgrund der restriktiven Haltung der Regierung in Singapur gegenüber der Presse und unabhängigen Medien für viele Kritiker eine weitere Form der Zensur.

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Blogger berichtet über Wahlmanipulationen

In dem konkreten Fall geht es dabei um einen Bericht, den der Blogger Alex Tan veröffentlicht hatte. Tan lebt selbst nicht in Singapur, sondern in Australien. Auf eine Aufforderung, einen seiner Blogbeiträge zu korrigieren, da er falsche und verleumderische Vorwürfe enthalte, hatte dieser nicht reagiert. In dem Artikel von Tan geht es dabei direkt um das Verhalten der Regierung Singapurs. Er hatte in seinem Blog States Times Review Anschuldigungen über eine Verhaftung eines angeblichen Informanten und die Manipulation von Wahlen veröffentlicht.

Im zweiten Schritt wandte sich die Regierung dann an Facebook, um die Verbreitung des Artikels nur mit dem Hinweis auf "Fake News" einzudämmen. Das Unternehmen reagierte entsprechend der geltenden Gesetzeslage in Singapur, heißt es.

Es ist nun das erste Mal, dass Facebook eine solche Notiz an einem Beitrag mit veröffentlichen musste. Kritisch muss man beurteilen, dass die Regierung in Singapur auf Vorwürfe reagiert, die sie selbst betreffen. Entsprechend wurden bereits Stimmen laut, dass man versucht unabhängige Berichterstattung im Keim zu ersticken.
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