Wer hat wen betrogen? Label verklagt Spotify auf eine Milliarde Dollar

Von Witold Pryjda am 29.11.2019 09:02 Uhr
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Der Musik-Streaming-Dienst Spotify ist und bleibt der derzeit größte der Welt, Künstler kommen nicht umhin, dort vertreten zu sein. Doch immer wieder werfen Musiker den Schweden vor, sie nicht genug zu bezahlen. Ein Indie-Label spricht nun von regelrechter Abzocke.



So viel zahlende Kunden hat Spotify
Infografik: So viel zahlende Kunden hat Spotify

Der Vorwurf ist schwerwiegend und die Höhe des geforderten Schadenersatzes ist hoch: Denn ein Indie-Label und eine Verwaltungsgesellschaft sind der Ansicht, dass Spotify mehr als 550 Millionen Streams falsch abgerechnet und nicht bezahlt hat. Wie die Branchenseite Digital Music News berichtet (via t3n), stammen die Vorwürfe vom Label Sosa Entertainment LLC sowie PRO Music Rights LLC. Die geforderte Entschädigung beträgt eine satte Milliarde Dollar.

Wiedergaben manipuliert?

Spotify hat die Künstler des Rap-Labels im Mai 2017 entfernt, weil es den Verdacht gegeben hat, dass die Anzahl der Wiedergaben manipuliert wurde. Ist diese auffällig bzw. außergewöhnlich hoch, dann kann eine betrügerische Beeinflussung nicht ausgeschlossen werden. Die Kläger allerdings behaupten, dass diese hohen Wiedergabezahlen darin begründet waren, dass die entsprechenden Songs Teil der Playlist der Freitags-Neuvorstellungen gewesen seien. Die Kläger werfen Spotify Willkür vor, der Streaming-Dienst habe seinerzeit keine Warnung oder nähere Erklärung abgegeben.

Es gibt einen weiteren Klagepunkt, nämlich dass das Vorgehen von Spotify zu einem Ende der Geschäftsbeziehung zur Indie-Label-Vertretung Merlin geführt habe, wodurch Sosa Entertainment Gewinne nach dem Spotify-Börsengang entgangen seien.

Manipulationen von Wiedergaben sind für Spotify ein Riesenproblem, denn laut Forschern und auch Versuchen in "freier Wildbahn" ist es erstaunlich einfach, die Anzahl der Zugriffe auf einen Songs per Bots in die Höhe zu treiben. Ob das auch im vorliegenden Fall passiert ist, wird aber ein Gericht in Florida klären müssen.

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