Jedi-Regierungsauftrag: Amazon klagt gegen die Vergabe an Microsoft

Von Nadine Juliana Dressler am 24.11.2019 09:44 Uhr
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Amazon hat jetzt eine Klage vor einem Bundesgericht der USA eingereicht, mit der die Entscheidung des US-Verteidigungsministeriums, den 10 Milliarden Dollar schweren "Jedi"-Auftrag an Microsoft zu vergeben, angefochten wird.

Amazon hatte zuvor bereits öffentlich Voreingenommenheit bei der Vergabe kritisiert. Gemeint ist damit wohl vor allem die bekannte Voreingenommenheit gegen Amazon und Amazon-Gründer Jeff Bezos, aus der US-Präsident Donald Trump keinen Hehl macht. In dem Vergabeverfahren geht es um einen Großauftrag des US-Verteidigungsministeriums. Das Pentagon will unter dem Projektnamen eine "Joint Enterprise Defense Infrastructure Cloud" (kurz Jedi) aufbauen und hatte entsprechend ein Vergabeverfahren gestartet. Dabei sah es auch lange Zeit so aus, dass Amazon den Zuschlag bekommen wird. Doch dann erhielt Microsoft den Auftrag.

Mängel bei der Vergabe, Veto durch Trump?

Vorwürfe wurden laut, dass Trump mit einem Veto die Vergabe an Amazon verhindert habe. Amazon stützt sich bei der Klage aber nicht nur auf dieses angebliche Veto, sondern prangert Fehler und erhebliche Mängel in dem Vergabeverfahren an. Amazon glaubt aber im Grunde nicht daran, dass Microsoft den Großauftrag der US-Regierung hätte bekommen können, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre.

Jetzt geht es vor Gericht

Der milliardenschwere Auftrag wird daher nun erst einmal die Gerichte beschäftigen. Ob es eine schnelle Entscheidung dazu geben wird, wird bezweifelt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat Amazon am Freitag Klage vor einem Bundesgericht eingereicht. Zuvor hatte der Konzern eine offizielle Beschwerde an das Verteidigungsministerium eingereicht und auf eine Stellungnahme gewartet.

Was dabei herausgekommen ist, ist unklar. Auf jeden Fall ist der Weg für eine Klage nun frei. Amazon hat Geheimhaltung beantragt, um die Öffentlichkeit von dem Verfahren auszuschließen. Schließlich muss der Konzern nun seine gemachten Angebote und technische Details offenlegen.

Während Amazon keine Fragen von Reuters zu der Klage beantworten wollte, hat Microsoft bereits eine Stellungnahme übersendet. Darin heißt es: "Wir glauben, dass die Fakten zeigen werden, dass ein detaillierter, gründlicher und fairer Prozess bei der Bestimmung der Bedürfnisse des Käufers durchgeführt worden sind, die von Microsoft am besten erfüllt wurden."
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