Huawei bald wieder mit Google-Apps? US-Regierung erteilt Lizenzen

Von Roland Quandt am 21.11.2019 11:53 Uhr
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Die US-Regierung hat nach monatelangen Verzögerungen begonnen, erste Lizenzen an amerikanische Firmen zu verteilen, die ihnen den Han­del mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei ermöglichen. Das allgemeine Embargo gegen den Konzern besteht aber weiter.

Das US Commerce Department hat nach eigenen Angaben erste Ausnahmegenehmigungen erteilt, die US-Firmen trotz des weitreichenden Embargos gegen Huawei den Verkauf ihrer Produkte an den chinesischen Konzern gestatten. Einen Großteil der rund 300 Anträge auf Ausnahmegenehmigungen habe die Behörde allerdings auch abgelehnt.

Aktuell ist vollkommen unklar für welche Produkte das Commerce Department der US-Regierung jetzt Lizenzen verteilt hat oder an welche Unternehmen. Somit ist weiter offen, ob zum Beispiel Google wieder mit Huawei kooperieren kann, um neue Smartphones des Herstellers für die Verwendung mit offiziellen Android-Versionen freizugeben und dadurch die Installation der Google Mobile Services und der Google-Apps und -Dienste wieder zuzulassen.

Aktuelles Flaggschiff-Smartphone ohne Google

Ein solcher Schritt wäre für Huawei essentiell, um wieder neue Produkte in westlichen Märkten einzuführen - zuletzt hatte man das Huawei Mate 30 (Pro) als jüngstes Flaggschiff-Smartphone nur in China und einigen wenigen asiatischen Ländern auf den Markt gebracht. Einzig in Spanien wird das Gerät im Rahmen einer befristeten Aktion in kleinen Stückzahlen offiziell von Huawei auch in Europa verkauft.

Einem Sprecher der US-Regierung zufolge wurden rund 300 Anträge für Lizenzen für die Kooperation mit Huawei von amerikanischen Firmen eingereicht. Davon wurden bisher rund die Hälfte geprüft. Etwa 50 Prozent der bisher geprüften Anträge seien abgelehnt worden, heißt es weiter. Demnach hat das Commerce Department bisher und 75 Ausnahme­genehmigungen erteilt - etwa ein Viertel der ursprünglichen Anträge wurden also bisher bewilligt.

Aus dem Umfeld der US-Behörden war laut Reuters außerdem zu hören, dass unter den bisher erteilten Ausnahmegenehmigungen auch solche waren, die den Verkauf von Smartphone-Komponenten und "nicht-elektronischen Komponenten" betreffen. Nach aktuellem Stand ist Huawei allerdings, zumindest soweit bekannt, noch immer nicht in der Lage, neue Geräte für die Verwendung der offiziellen Google-Dienste und -Apps zertifizieren zu lassen. Die US-Regierung hatte den Konzern im Mai wegen Bedenken bezüglich der "nationalen Sicherheit" auf eine schwarze Liste gesetzt, die den Handel mit dem Unternehmen untersagt.
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