Notbremse: Boeing setzt wieder auf Menschen statt auf Roboter

Von Christian Kahle am 18.11.2019 08:29 Uhr
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Die Robotisierung der Industrie läuft vielleicht doch nicht so schnell und gradlinig, wie gelegentlich befürchtet wurde. Der Flugzeug-Hersteller Boeing beispielsweise macht einen Rückzieher und setzt erstmal wieder auf Menschen statt Maschinen.

Vor einiger Zeit hatte Boeing ein System namens "Fuselage Automated Upright Build" (FAUB) eingeführt. Eine ganze Armada von Robotern arbeitete hierbei daran, den Rumpf der verschiedenen Flugzeuge aus der 777-Serie zusammenzusetzen. Extra dafür wurde sogar eine neue Produktionshalle gebaut, in der die Roboter ausreichend Platz hatten, um sich ihre Wege zu suchen.

Doch nun hat das Unternehmen plötzlich die Reißleine gezogen und zieht die Roboter aus der Fertigung ab. Bereits im Jahr 2016 hatte ein Mechaniker gegenüber der Seattle Times erklärt, dass FAUB ein unfassbarer Fehlschlag sei. Trotzdem investierte Boeing immer weiter in das Projekt und hoffte, die Probleme in den Griff zu bekommen. Nun aber ist man doch nicht mehr bereit, immer weitere Gelder in dem Projekt zu versenken und die Konstruktion der Flugzeuge wird wieder an menschliches Fachpersonal übergeben, berichtete die Zeitung aktuell.

Die Boeing 787 Dreamliner im offiziellen Unboxing

Mittelweg ist besser

Man würde denken, dass in den Bereichen, die FAUB abdecken sollte, Roboter eigentlich ideal wären. In einem Werbefilm des Konzerns schwärmten Mitarbeiter noch, dass die Maschinen ihnen das schwere Setzen der Nieten abnehmen. Denn es geht massiv auf die Gelenke, wenn hunderte Nieten installiert werden müssen, um die Komponenten des Rumpfes zusammenzuhalten.

In der Praxis zeigte sich allerdings, dass viele Verbindungen von den Robotern mit sehr schlechter Qualität vollendet wurden und ohnehin immer wieder menschliche Mechaniker noch ordentlich nacharbeiten mussten. Wirkliche Gewinne in der Effizient bracht dies nicht. Daher setzt man jetzt auf das so genannte "Flex Track". Statt dass Roboter weitgehend autonom am Flugzeug werkeln, unterstützen die Systeme hier nun die Tätigkeit der Mechaniker in den Fertigungshallen.

Siehe auch: Boeing 737 Max: Neue Firmware bringt auch gleich einen Fehler mit
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