Microsoft soll Beitritt zu neuer Allianz für 6G-Mobilfunk erwägen

Von Roland Quandt am 14.11.2019 17:15 Uhr
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Die neuen 5G-Mobilfunkstandards haben sich noch nichtmal etabliert, da denkt man in der Industrie bereits an die Zukunft - genauer gesagt an die Zeit nach dem Jahr 2030. Der japanische Mobilfunker NTT schmiedet derzeit eine 6G-Allianz, der sich bald auch Microsoft anschließen könnte.

Laut einem Bericht des japanischen Wirtschaftsdiensts Nikkei Asian Review sieht sich NTT, der größte Mobilfunkanbieter im Land der aufgehenden Sonne, bereits auf einem guten Weg in Richtung einer schlagkräftigen Industrievereinigung zur Förderung und vor allem erst einmal Entwicklung von 6G-Technologien. Insgesamt sollen sich bereits 65 potenzielle Partner gefunden haben, die sich dem neuen Verband anschließen könnten.

Nach Angaben von NTT gehört zu den Interessenten auch der US-Softwaregigant Microsoft, der bereits eine Teilnahme an der neuen 6G-Allianz prüfen soll. Noch hat NTT den Verband allerdings nicht formell ins Leben gerufen, sondern plant dessen Einrichtung eigentlich erst für den Beginn nächsten Jahres. Vor kurzem hatten NTT, der Halbleitergigant Intel und der japanische Elektronikriese Sony bereits entsprechende gemeinsame Pläne verkündet.

Neben Microsoft sollen auch die Mobilfunkanbieter Verizon aus den USA und Chungwha Telecom aus Taiwan Interesse bekundet haben. Wie bei allen großen Industriegruppen, die bestimmte Technologien fördern wollen, geht es natürlich auch in diesem Fall darum, möglichst früh einen "Quasi-Standard" zu etablieren. Häufig gibt es gleich mehrere konkurrierende Organisationen, in denen verschiedene Hersteller ihre eigenen Interessen durchzusetzen versuchen.

Für den Erfolg von NTTs Vorhaben ist es deshalb wichtig, möglichst früh eine große Zahl von Partnern zu finden. Auch Chiphersteller wie Qualcomm, Netzwerkausrüster wie Nokia und Ericsson und natürlich die großen Netzbetreiber dürften sich zeitnah in entsprechenden Vereinigungen zusammenfinden. NTT hatte im Oktober angekündigt, dass man mit Sony und Intel vor allem an neuen Chips auf Basis von optischen Leitern arbeiten will, die extrem hohe Datenmengen verarbeiten können, dabei aber nur einen Bruchteil dessen an Energie benötigen, was bei aktuellen, konventionellen Chips benötigt wird.
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