Microsoft: Edge-Browser mit Chrome-Herz erstmals für ARM-Geräte

Von Roland Quandt am 14.11.2019 11:34 Uhr
Während Google weiter auf der ARM-Variante von Chrome sitzen bleibt, nimmt Microsoft die Dinge jetzt endlich selbst in die Hand und hat eine erste Vorabversion des neuen Edge-Browsers auf Chromium-Basis für Geräte mit Windows 10 und ARM-Prozessor veröffentlicht.

Microsofts Edge-Entwicklerteam gab jüngst über Twitter bekannt, dass man die neue Ausgabe des Browsers, bei der die Chromium-Engine als Grundlage dient, ab sofort auch erstmals für ARM-basierte Systeme anbietet. Damit können Nutzer von Produkten wie dem Surface Pro X oder älteren Snapdragon-basierten Geräten mit Windows 10 on ARM endlich einen modernen Browser nutzen.

Wie Microsoft mitteilte, steht der Edge-Browser mit Chromium-Basis ab sofort im sogenannten "Canary"-Ring als Teil des Insider-Programms in Form einer nativ laufenden Version für ARM64-Systeme zum Download bereit. Allerdings ist es auch höchste Zeit, dass Microsoft einen modernen nativen Browser für die ARM-Systeme anbietet, denn noch läuft auch auf dem jüngst in den Markt gestarteten Surface Pro X nur der "alte" Edge.

Beta- und Entwickler-Versionen sollen bald folgen

Microsoft zufolge soll der neue Edge-Browser "bald" auch als Entwickler- und Beta-Version über die entsprechenden Kanäle verfügbar gemacht werden. Wahrscheinlich wird es bis zur Verfügbarkeit einer ersten finalen Version des Chromium-basierten Edge für ARM-Geräte noch etwas länger dauern. Die "normale" x86-Variante soll hingegen bereits ab 15. Januar 2020 schrittweise ausgerollt werden.

Mit dem Surface Pro X bietet Microsoft zum ersten Mal seit Jahren wieder ein eigenes Gerät auf Basis von ARM-Prozessoren an. Man hat dafür in Kooperation sogar einen angepassten Prozessor in Form des Microsoft SQ1 geschaffen, der auf dem Snapdragon 8cx basiert. Windows 10 on ARM wird allerdings schon länger angeboten und konnte trotz aller Bemühungen bisher nicht mal im Ansatz im Markt Fuß fassen.

Dabei gibt es vor allem ein Problem: Microsoft braucht dringend Anwendungen aller Art, um mehr Kunden für den Kauf von Geräten mit ARM-Plattform und Windows 10 zu gewinnen. Andererseits sind genau diese Geräte kaum im Markt verfügbar, so dass es für externe Entwickler schlichtweg nicht attraktiv ist, ihre Anwendungen für Windows 10 on ARM in nativer Form verfügbar zu machen.
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