Bayern sauer auf Mobilfunker: Lasse mich nicht hinter die Fichte führen

Von Christian Kahle am 13.11.2019 16:33 Uhr
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Die Mobilfunkbetreiber werden auch daran scheitern, die Vereinbarungen umzusetzen, die sie vor einigen Jahren mit der Landesregierung Bayerns vereinbart haben. Diese wollte zumindest entlang der Verkehrsstrecken eine Beseitigung von LTE-Funklöchern.

Die Mobilfunkbetreiber sollen im Jahr 2015 gegenüber dem bayerischen Wirt­schafts­minis­terium zugesichert haben, dass sie bis zum Ende dieses Jahres zumindest die Autobahnen und ICE-Strecken komplett mit Netzverbindungen versorgen. Seitens der Landesregierung wollte man sich aber wohl nicht darauf verlassen, was die Unternehmen an Ausbau-Daten übermitteln - denn oft genug sagen die entsprechenden Karten zwar, dass in einer bestimmten Gegend die Mobilfunkversorgung hergestellt wurde, vor Ort stellt sich dies aber als Wunschdenken heraus.

Man hat daher selbst Messungen vor Ort durchführen lassen. "Das Ergebnis ist eini­germaßen ernüch­ternd", erklärte Wirt­schafts­minister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) laut einem Bericht der Nachrichtenagentur DPA. Auf den insgesamt 1571 Streckenkilometern, um die es ging, bekommt kein einziger Netzbetreiber auch nur annähernd eine volle Abdeckung hin.

Dem Besten fehlen 10 Prozent

Den besten Wert erreicht hier noch die Deutsche Telekom, die aber letztlich auch gerade einmal auf 90 Prozent kommt. Bei Vodafone sind es hingegen nur 84 Prozent. Und die Nutzer der Telefonica-Infrastruktur haben sogar nur auf rund drei Vierteln der Strecke eine Datenverbindung via LTE. Wer also beispielsweise mit dem ICE zu einem Geschäftstermin fährt, braucht gar nicht erst daran denken, die Zeit für eine Videokonferenz mit dem Team im Büro zu nutzen. Aussetzer dürften hier vorprogrammiert sein.

Der Minister droht jetzt damit, Vertragsstrafen einzutreiben - wenn nicht noch in den letzten verbleibenden Wochen plötzlich lauter Sender zugeschaltet werden und am Ende doch noch rund hundert Prozent rauskommen. "Ich leiste gern jede Hilfe­stel­lung, aber ich lasse mich nicht hinter die Fichte führen", sagte Aiwanger.

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