Deutsche Telekom könnte ihren Erfolgs-Garanten in den USA verlieren

Von Christian Kahle am 12.11.2019 12:52 Uhr
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Die Deutsche Telekom muss aktuell um ihren Erfolgs-Garanten in den USA bangen. John Legere, der die dortige Tochter T-Mobile zu einem rasanten Wachstum führte, wird derzeit massiv vom Co-Working-Konzern WeWork umworben.

Klar ist, dass WeWork einen neuen Chef sucht. Das Unternehmen hatte zuletzt ziemlich schlechte Ergebnisse verzeichnet und so will man natürlich am liebsten jemanden haben, der bereits belegen konnte, dass er auch vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschreckt, um die Geschäfte voranzubringen. Und genau dies hat Legere während seiner Tätigkeit für die Telekom-Tochter durchaus nachweisbar getan und steht entsprechend im Fokus, wie aus einem Bericht des Wall Street Journal hervorgeht.

T-Mobile - damals noch VoiceStream - war nach der Übernahme durch die Telekom kurz nach der Jahrtausendwende angesichts hoher Investitionen zwar ein aufstrebender Anbieter, wirklich gefährlich wurde die Firma der Konkurrenz aber auch nicht. 2012 wurde dann aber Legere auf den Chefsessel gesetzt. Mit seiner "Un-Carrier"-Strategie, die mit diversen Gepflogenheiten der Branche kurzerhand brach, mischte er den kompletten Markt auf und sorgte dafür, dass T-Mobile heute den größten Anteil am Umsatz der Telekom überhaupt hat.

Begehrlichkeiten sind geweckt

Und natürlich würde man sich bei WeWork eine vergleichbare Entwicklung wünschen. Adam Neumann, der Gründer und Chef, war im September abgetreten, nachdem das Unternehmen die eigenen Ziele schlicht nicht erreichen konnte. Das Potenzial ist durchaus vorhanden, wie auch der Einstieg des japanischen Investors SoftBank zeigt, der nach dem Abschied Neumanns groß einstieg.

Und dabei schließt sich der Kreis auch. Denn Chief Operating Officer der SoftBank-Gruppe ist Marcelo Claure, der nun auch als Aufsichtsratsvorsitzender bei WeWork tätig ist. Er bekleidet die gleiche Position auch beim Mobilfunkbetreiber Sprint, dessen Chef er auch schon war. Und durch die zahlreichen Kontakte mit T-Mobile zur Vorbereitung der Fusion beider Mobilfunker, kennt er natürlich Legere ziemlich gut. Allerdings steht dessen Wechsel noch längst nicht fest und WeWork führt auch Gespräche mit mehreren anderen Kandidaten.

Siehe auch: Telekom: Einnahmen sprudeln stärker, Aktionäre reißen aus
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