Erst wieder in 13 Jahren: Infos & Livestreams zum Merkurtransit

Von John Woll am 08.11.2019 16:09 Uhr
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Am Montag, dem 11. November, kann ein echtes Natur­schauspiel beo­bach­tet werden: Von Mittag bis Sonnenuntergang zieht Merkur als kleiner schwarzer Punkt über die Sonne - ein Merkurtransit. Das bloße Auge reicht aber nicht. Wir liefern Beobachtungstipps und Livestreams.

Erde, Merkur und Sonne auf einer Linie, der Transit dauert den halben Tag

Am Montag steht ein astronomisches Naturschauspiel an, das sich in einem Jahrhundert nur 13 bis 14 Mal ereignet. Dann befinden sich Erde, Merkur und Sonne genau auf einer Linie. Das Ergebnis: Merkur zieht als winzige schwarze Scheibe über die helle Sonne, ein Merkurtransit ist zu sehen. In Mitteleuropa nimmt das Phänomen ab 13:35 Uhr MEZ seinen Anfang und dauert bis zum Sonnenuntergang an - genaue Informationen zu Zeiten, Höhe und Richtung entsprechend des Standorts liefert hier timeanddate. "Damit wir Merkur vor der Sonne überhaupt sehen können, muss sich der Planet sehr nah am erdzugewandten Schnittpunkt seiner Planetenbahn mit der Erdbahnebene aufhalten", erläutert Astronom Dr. Manfred Gaida im Beitrag des DLR zum Merkurtransit.

Merkurtransit 2019 (DLR)

Aber: "Das Merkurscheibchen selber ist mit ca. 10 Bogensekunden Durchmesser allerdings zu klein, als dass man es mit dem unbewaffneten Auge sehen könnte", so der DLR. Um den Transit erkennen zu können, ist demnach ein Fernrohr oder Fernglas mit mindestens einer 50fachen Vergrößerung erforderlich. Wie der DLR an dieser Stelle betont, muss vor einer Beobachtung "ohne geeignete Schutzmaß­nahmen" wegen großer Gefahr für die Netzhaut aber dringend abgeraten werden.

"Eine sichere, ungefährliche und zugleich bequeme Beobachtungsmethode des Transits ist nach wie vor die Projektion der Sonnenscheibe auf eine Leinwand oder eine ähnliche Fläche", so die Astronomen - ein solcher Sonnenprojektor kann mit sehr einfachen Mitteln auch selbst zusammengebaut werden.

Merkurtransit 2019 (DLR)


Merkurtransit 2019 (DLR)

Diverse Observatorien liefern Live-Bilder

Ein unkomplizierter Weg zur indirekten Beobachtung ist dann mit Livestreams geboten, da diverse Observatorien das astronomische Naturschauspiel einfangen. Wie in der Zusammenstellung der Wiener Kuffner Sternwarte zu lesen ist, sind hier unter anderem folgende vier Möglichkeiten zur Livebeobachtung über das Internet gegeben:


Der nächste Merkur-Transit dieser Art ist erst wieder in 13 Jahren am 13. November 2032 zu beobachten.

Merkur ist schon immer ein Phänomen

Der Merkur kann als echter Planeten-Gehilfe der Wissenschaft angesehen werden. Eine kleine Abweichung der Drehung des sonnennächsten Planeten ließ Zweifel an der Richtigkeit des ehrwürdigen Newtonschen Gravitationsgesetzes aufkommen - die Erklärung lieferte erst Einstein mit seiner allgemeinen Relativitätstheorie. Die Krümmung der Raumzeit durch die Masse der Sonne verpasst dem Planeten die bis dahin unerklärliche Extra-Drehung.
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