Alles andere als sicher: DVB-T2 bekommt keine Bestands-Garantie

Von Christian Kahle am 08.11.2019 15:46 Uhr
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Gerade ist der umfassende Wechsel auf den neuen DVB-T2 HD-Standard abgeschlossen, steht dessen Zukunftssicherheit auch schon wieder in Frage. Es ist durchaus möglich, dass in zehn Jahren schon wieder Schluss ist mit dieser Technik.

Zu diesem Schluss kann man angesichts der Entwicklungen rund um einen Antrag der FDP-Bundestagsfraktion kommen. Mit diesem sollte die Sicherung der für DVB-T2 genutzten Frequenzen bis zum Jahr 2030 sichergestellt werden. Insgesamt kam das Papier in vier Ausschüssen des Parlaments auf die Tagesordnung und wurde in allen von der Re­gie­rungs­koa­li­tion abgelehnt. Das berichtet das Magazin Teltarif.

Das allein wäre noch nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung. Immerhin werden selbst Anträge der Opposition regelmäßig abgelehnt, wenn diese im Wesentlichen dem Konsens im Parlament entsprechen. Lohnenswert kann eine Initiative trotzdem immer wieder sein, da gute Vorschläge oft genug dann auch noch einmal von den Regierungsparteien selbst eingebracht werden, wenn einige Zeit vergangen ist.

Fortbestand unsicher

Doch die Debatte in den Ausschüssen zeigt hier, dass die Tendenz in eine gänzlich andere Richtung geht. Sogar seitens der Union will man nicht unbedingt am klassischen Fernsehempfang per Antenne festhalten. So wurde angemerkt, dass es gut sein könne, dass bis 2030 auch andere technische Lösungen verfügbar sein könnten, die beispielsweise auf die Mobilfunk-Technologien setzen. Das heißt also, man setzt Hoffnungen in das 5G-Broadcasting. Und der Koalitionspartner SPD beugte sich dem.

Angesichts dieser Entwicklung dürfte es für Nutzer bedeutend sein, eventuelle Investitionen genauer zu prüfen - vor allem, wenn diese langfristig genutzt werden sollen. Immerhin kann es sein, dass in einigen Jahren der Trend dann zum Broadcasting von IP-Streams über die Mobilfunknetze geht und das klassische Antennenfernsehen in absehbarer Zeit komplett abgeschaltet wird.

Siehe auch: DVB-T2: Privatsender-Service Freenet hat auch letzten Kanal vergeben
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