TikTok: US-Regierung verdächtigt die App, Daten nach China zu senden

Von Tobias Rduch am 03.11.2019 23:29 Uhr
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Die US-amerikanische Regierung verdächtigt die auch hierzulande erfolg­rei­che Smartphone-App TikTok, zahlreiche Daten der Nutzer nach China zu senden. Der Dienst wurde unter dem Namen "Musical.ly" gegründet und vor zwei Jahren von der chinesischen Firma Bytedance übernommen.

Aus einem Bericht der New York Times geht hervor, dass die US-Regierung aktuell prüfen lässt, ob die App persönliche Informationen der Nutzer an chinesische Behörden weitergibt. Ein offizielles Statement des US-Finanzministeriums gibt es dazu allerdings nicht. Das chi­ne­si­sche Unternehmen Bytedance hatte bei der Übernahme betont, die App unabhängig von bereits bestehenden Diensten, die überwiegend in China angeboten werden, zu betreiben.

USA sehen nationale Sicherheit gefährdet

Das zweifeln einige US-Parlamentarier jedoch an. Ende Oktober hatten unter anderem der re­pu­bli­ka­ni­sche Senator Marco Rubio sowie der demokratische Abgeordnete Chuck Schumer da­vor gewarnt, dass die chinesische Regierung TikTok zur Spionage einsetzen könnte. Der US-Geheimdienstkoordinator wurde dazu auf­ge­for­dert, eine Untersuchung einzuleiten. Damit soll die Regierung einschätzen können, ob TikTok und weitere Angebote die nationale Sicherheit des Landes gefährden.

Die App dürfte allein in den USA über 110 Millionen Mal heruntergeladen worden sein. Mit TikTok ist es möglich, kurze Videos auf­zu­neh­men, die Aufnahmen mit Musik zu versehen und die Clips mit anderen Nutzern zu teilen. Der Dienst ist vor allem unter Jugendlichen beliebt.

In letzter Zeit wurde TikTok auch verdächtigt, Inhalte zu zensieren. In der App sollen kaum Aufnahmen der in Hongkong stattfindenden Proteste zu sehen gewesen sein. Ein Bytedance-Sprecher hatte sämtliche Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, dass das Vertrauen der Nut­zer und Behörden oberste Priorität für das Unternehmen habe.
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