Ausrangierte Windräder: Deutschland kann alte Anlagen nicht entsorgen

Von John Woll am 01.11.2019 18:25 Uhr
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Windräder sollen für nachhaltig produzierten Strom sorgen, doch wenn die Anlagen ausrangiert werden müssen, fehlen in Deutschland schlicht die Kapazitäten für eine Entsorgung - so zumindest die Prognose des Umweltbundesamtes, das jetzt Alarm schlägt.

Windräder machen am Ende ihres Lebens Probleme bei der Entsorgung

Wie heise berichtet, hat das Umweltbundesamt (UBA) am Freitag die Ergebnisse eines umfangreichen Forschungsprojekts vorgestellt, das die Folgen des weitreichenden Ausbaus von Windkraftanlagen genauer beleuchtet. Wegen eines Resümees schlägt das Bundesamt darin Alarm: "Es drohen Engpässe bei den Recyclingkapazitäten für die faserverstärkten Kunststoffe der Rotorblätter und Risiken für Mensch und Umwelt beim unsachgemäßen Rückbau", zitiert heise die Mitteilung des Amtes. Das liege auch daran, dass "Rückstellungen der Betreiber für den Rückbau" nicht ausreichen könnten.

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Wie das UBA ausführt, steht in Deutschland bisher nur eine Verwertungsanlage zur Verfügung, in der die Kunststoffe der Rotorblätter von Windrädern sachgemäß recycelt werden können. Für die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger ergibt sich aus dieser Tatsache ein klarer Handlungsbedarf für Bund und Länder. In einem ersten Schritt wäre es jetzt entscheidend, schnell entsprechende Leitlinien für den Rückbau von Windenergieanlagen zu entwickeln.

Das UBA sieht vor allem durch das erstmalige Auslaufen der 20-jährigen Förderung gemäß des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zum Ende 2020 eine starke Zunahme des Rückbaus voraus. Die Bereitstellung der Recycling-Kapazitäten sieht das Bundesamt vor allem ab dem Jahr 2024 als zwingend notwendig an, da die Prognose alleine aus dieser Branche ab dann rund 70.000 Tonnen an faserverstärkten Kunststoffen pro Jahr erwarten lässt, die entsorgt werden müssen.

Bundesverband Windenergie widerspricht

Der Bundesverband Windenergie will dem Umweltbundesamt nach eigener Aussage dabei schon einige Schritte voraus sein. Demnach befinde man sich "seit Jahren" mit den Entsorgungsunternehmen im Dialog über das Thema. "Wenn mehr Anlagen zurückgebaut werden müssen, werden auch weitere Unternehmen auf diesem Markt aktiv werden", so Verbands-Geschäftsführer Wolfram Axthelm.

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