Brexit: Mobilfunker wollen Roaming-Gebühren vorerst vermeiden

Von Christian Kahle am 28.10.2019 15:17 Uhr
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Zumindest die deutschen Mobilfunk-Betreiber haben es geschafft, eine verlässliche Situation im Brexit-Chaos auszuarbeiten. Wer als Kunde der deutschen Netzgesellschaften zukünftig in das Vereinigte Königreich reist, wird vorerst keine Roaming-Gebühren zu zahlen haben.

Nach dem letzten Stand stand der 31. Oktober eigentlich als Termin fest, an dem Großbritannien aus der EU austreten sollte. Ein Vertrag über einen geordneten Rückzug gibt es bisher aber noch immer nicht und so wird es wohl einmal mehr eine Terminverschiebung geben. Sollte es aber auch zukünftig zu keiner Regelung zwischen den diversen Parteien kommen, könnte es auch einen komplett ungeordneten Austritt geben, bei dem alle Handelsvereinbarungen hinfällig wären.

Dann wäre eben auch das Mobilfunk-Roaming eigentlich plötzlich wieder sehr teuer. Doch die deutschen Netzbetreiber haben vorgesorgt und Vereinbarungen mit britischen Anbietern getroffen. Das haben die drei fraglichen Unternehmen gegenüber der Nachrichtenagentur DPA bestätigt.

Soweit es geht

Bei der Deutschen Telekom als auch bei Vodafone hat man bisher nicht im Sinn, die Abrechnung bei Reisen ihrer Kunden nach Großbritannien anders zu regeln als bisher. Bei Telefonica/O2 will man dies zumindest bis zum 31. Dezember 2020 gewährleisten. Mindestens bis dahin werden also alle Nutzer weiterhin so behandelt, wie es im Rest der EU der Fall ist - und das bedeutet heute, als ob man zuhause wäre.

Allerdings gab es keine langfristigen Garantien: So betonte beispielsweise ein Sprecher Vodafones, dass es auch an den Briten liege. Denn es könnte natürlich theoretisch sein, dass diese auch im Mobilfunk einen kompletten Bruch vollziehen wollen. Das ist zwar ziemlich unwahrscheinlich, weil es die eigenen Bürger noch mehr belasten würde, doch müssen die Netzbetreiber hier eben auch einen Punkt setzen, ab dem sie die Entscheidung über Roaming-Gebühren nicht in der eigenen Hand hätten.

Siehe auch: Wird teurer: Brexit hat auch für deutsche Online-Shopper große Folgen

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