Projekt JEDI: Microsoft erhält Vertrag vom Pentagon - trotz Protesten

Von Tobias Rduch am 27.10.2019 23:13 Uhr
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Das US-amerikanische Verteidigungsministerium hat das Redmonder Un­ter­neh­men Microsoft als Vertragspartner für das JEDI-Projekt ausgewählt. Nachdem sich Google im letzten Jahr aus dem Vergabeverfahren zurück­ge­zo­gen hatte, haben auch Microsoft-Mitarbeiter Bedenken geäußert.

Bei der "Joint Enterprise Defense Infrastructure Cloud" (abgekürzt JEDI) handelt es sich um ein auf künstlicher Intelligenz basierendes Cloud-System, welches für die US-amerikanischen Streitkräfte entwickelt werden soll. Microsoft soll nun 10 Jahre an der Infrastruktur arbeiten. Der Vertrag hat einen Umfang von 10 Milliarden Dollar. Das geht aus einer Mitteilung des Pentagons hervor. Zu Beginn des Vergabeverfahrens haben sich neben Microsoft unter an­de­rem Ama­zon, Google, IBM und Oracle um den Auftrag bemüht.

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Amazon zeigt sich sehr überrascht

Amazon scheint die Vergabe des Vertrags an Microsoft natürlich überhaupt nicht zu gefallen. Der Versandhändler zeigt sich überrascht und betont, dass die Entscheidung des Pentagons anders ausgefallen wäre, wenn es eine "aus­führ­li­che Beurteilung ausschließlich auf Basis der verglichenen Angebote" gegeben hätte. US-Präsident Donald Trump hat in der Ver­gan­gen­heit gezeigt, dass ein Vertragsabschluss mit Amazon nicht erwünscht sei. Er warf dem Kon­zern vor, zu wenig Steuern zu zahlen. Zudem ist Trump kein Fan von Amazon-Chef Jeff Bezos, dem die Washington Post gehört. Die Zeitung hat oft kritisch über den Präsidenten berichtet.

Zahlreiche Mitarbeiter hatten in den unterschiedlichen Konzernen gegen den Militär-Auftrag protestiert, da durch KI-Systeme tödliche Entscheidungen automatisiert werden können. Goo­gle hat sich 2018 nach den Kündigungen einiger Mitarbeiter von dem Projekt distanziert.

Siehe auch: JEDI: Auch Microsoft-Leute protestieren offen gegen Militär-Auftrag
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