Proteste in Hongkong: Apple buckelt erneut vor chinesischen Zensoren

oder

Zugangsdaten vergessen?

Jetzt kostenlos Registrieren!
[o1] sunrunner am 10.10. 13:19
+9 -5
Es geht ja schließlich um Geld, ist doch klar, dass da Apple (und jedes andere Unternehen wie z.B. Blizzard) schön die Hosen runterlässt und einmal kräftig hustet, wenn Cina die Gummihandshcuhe schnalzen lässt.
[re:1] Tical2k am 10.10. 13:35
+8 -3
@sunrunner: Kann deine Aussage in dem Zusammenhang kein Stück nachvollziehen.
Die Volksrepublik China hat verlangt, dass man bestimmte Apps entfernt (Hintergrund dazu ist erst mal egal), dieses Recht hat im Endeffekt jedes Land und ist mit diversen Inhalten schon geschehen.
Hongkong ist noch immer Bestandteil der Volksrepublik China und dementsprechend von Entscheidungen der Landesregierung betroffen.

Wäre so, als würden wir alles in unserem Land zulassen und das ist ebenfalls nicht der Fall.
Also sollte man dieses Recht auch anderen Ländern zusprechen, selbst wenn deren Moralvorstellungen oder sonstiges nicht "unseren" (bzw. in Richtung demokratischen) Vorstellungen entspricht.
[re:1] Andy2019 am 10.10. 13:48
@Tical2k:
Das ist richtig. Wir dürfen keinem Land vorschreiben, schon garnicht auf Basis irgend welcher Moralvorstellung, wie sie etwas tun sollen. Das ist deren Entscheidung.
Man selber hat aber auch das Recht in Rahmen seiner Möglichkeiten darauf zu reagieren und zwar nach seinen eigenen moralischen Vorstellungen.

Es ist legitim das China das fordert.
Es ist legitim das Unternehmen dem nachgeben.
Es ist legitim das ich dann keine Produkte mehr vom Unternehmen haben möchte.
[re:1] Tical2k am 10.10. 14:10
+4 -
@Andy2019: Klar, als Konsument kannst du diese Entscheidung treffen.

Hat allerdings immer noch nichts mit der Moralvorstellung eines Unternehmens und der Politik mit einem Land zu tun.
Selbst wenn der gesamte Apple-Vorstand auf Seiten der Protestanten wäre, könnten (oder besser sollten) sie sich nicht einfach über die Entscheidung eines Landesoberhaupts hinwegsetzen oder es gäbe ganz andere Probleme.

Ein Unternehmen muss als erstes in so einem Fall "nachgeben" und dem Folge leisten und kann dann höchstens versuchen eine andere Entscheidung im Hintergrund zu bewirken oder anders zu Mobilität anregen.
[re:1] Andy2019 am 10.10. 15:26
+1 -1
@Tical2k:
Nein ich finde das müssen sie nicht. Es ist eine Entscheidung die sie treffen müssen dann natürlich mit den daraus resultierenden Konsequenzen leben. Strafen, Verbote und etc.

Es gibt genügend Beispiele von Unternehmen in Bezug auf China, die dem nicht nachgegeben haben. Da können die chinesischen Führer oder Richter noch soviel Recht sprechen, diese hat in andere Staaten keine Bedeutung.
Was sollen den die Chinesen tun? Ihre einzige effective Waffe ist dem Unternehmen den chinesischen Markt zu verwehren. Sie könnten natürlich auch ein Haftbefehl des CEOs ausstellen. Der CEO sollte dann auch tunlichst vermeiden nach China zu reisen. Ausgeliefert wird er aber wohl jeher weniger.
Was ich damit sagen will ist, das Chinas Rechtssprechung sich auf China bezieht und nicht auf die Welt.

Will man an Chinas Busen hängen, muss man den rest eben mit schlucken. Nur man muss nicht am Chinas Busen hängen, dazu zwinkt dich keiner.
[re:3] Andy2019 am 11.10. 10:24
+ -
@zalo:
Dem widerspreche ich doch nicht. Natürlich hat Apple den gesetzten In China zu befolgen wenn sie sich dort bewegen wollen. Ich sage nur, es zwingt keiner einen sich in China bewegen zu müssen. Natürlich ist der chinesische Markt eine effektives Argument, erwähnte ich ja auch. Aber es ist kein Zwang.
Ein Unternehmen muss selbst entscheiden ob es dies ihnen Wert ist oder nicht.

"Dann gilt das Chinesische Recht auch außerhalb von China". Nein diese Aussage ist schlicht falsch. Chinesisches Recht gilt nur in China, deutsche nur in Deutschland. US Gesetzte nur in den USA. Oder hast du jemals erlebt das ein deutsches Gericht ein deutsches Unternehmen bestraft hat, weil es in den USA gegen Gesetzte verstoßen hat?
Aber natürlich haben Gesetzte, vor allem wirtschaftsstarker Nationen weltweite Auswirkungen. Der Grund dafür liegt aber vor allem darin das die Unternehmen sich in deren Markt bewegen und bewegen wollen. Warum treffen Sanktionen gegen Iran deutsche Handelsbeziehungen? Weil diese Unternehmen IM amerikanischen Markt von EINEM amerikanischen Gericht für ihre Taten außerhalb der USA belangt werden können, weil SIE sich in DEREN Markt bewegen und somit von denen belangt werden können.
Unternehmen die sich NICHT dort bewegen spüren keine direkte Auswirkungen der Sanktionen. Da die Amerikaner so ein starkes Wirtschaftliche Land haben ist es leider so das diese Sanktionen direkt oder Indirekt nahezu alle treffen, weil schlicht fast alle sich im amerikanischen Markt bewegen oder bewegen wollen bzw. Handelspartner oder Zulieferer tun.

Und natürlich ist ein Haftbefehl gegen jemanden nicht besonders effektiv, da dies keine Auswirkungen Außerhalb Chinas hat. Das sollte mein Beispiel auch zeigen. Chinas einzige wirkliche Waffe ist ihr Markt. Willst du mitspielen befolge ihre Regeln. Du musst aber nicht mitspielen!
[re:2] sunrunner am 10.10. 13:52
+4 -3
@Tical2k: Ja, das recht hat jedes Land und ist ja auch schön, wenn China davon gebrauch machen möchte. Aber es ist ja schon ein großer Zufall, dass genau diese Apps gelöscht werden sollen, mit denen sich die Protestanten organisieren.
Das wird jetzt ein Katz und Maus spiel. Die Protestirenden suchen eine neue App, laden/kaufen die und China veranlasst die löschung.
Würde Apple nicht sofort springen, verlieren sie den Chinesichen Markt.
Es geht um Geld. Mehr nicht.
[re:1] Tical2k am 10.10. 14:03
+2 -3
@sunrunner: Mit Zufall hat das nichts zu tun und wie gesagt, der Grund spielt im Endeffekt auch keine Rolle.

Wenn Deutschland morgen wollte, dass man das gesamte Deutschland (statt nur diverse Militärbasen o.ä.) nicht mehr in der Maps Anwendung scharf sieht oder für Routen verwendet wird bzw. als App zu entfernen ist, dann muss dem ebenfalls nachgegangen werden, egal aus welchen Gründen - selbst wenn Bayern (oder im Zweifel noch kleinerer Maßstab "München" um es besser vergleichbar mit Hongkong zu haben) das nicht wollte.

Für Ausnahmen müsste Hongkong ein unabhängiges Land sein, was sie aktuell einfach nicht sind.
[re:1] sunrunner am 10.10. 14:34
+4 -1
@Tical2k: Hier wird eine Zensur als mittel gegen den Protest genutzt.
Cina möchte nicht, dass sich die Leute untereinander koordinieren können und Apple kuscht.
Apple könnte genau so gut sagen, dass sie eine löschung der Apps nicht als notwendig sehen, da es keine berechtigten Gründe gibt.
Ist genau so, als würde Deutschland fordern WhatsApp zu löschen aus dem Store. Es bedarf einer Begründung. "Weil ich das will" sollte keine Begründung sein. Und hier lautet die Begründung: "Weil ich nicht will, dass sich Leute verabreden können um zu protestieren"
[re:2] DON666 am 10.10. 14:45
+5 -1
@sunrunner: Es ist doch so, dass andere Diskutanten hier schlicht und ergreifend verharmlosen, was die chinesische Regierung da mit ihrem Volk treibt, indem sie das stur auf Paragraphen und Gesetze reduzieren. Wenn man das mal ganz, ganz hart übertreibt (ich meine richtig hart), hätte man in den 30er-/40er-Jahren ebenso konsequent sagen müssen: "Klar mache ich weiterhin ganz normal meine Geschäfte mit den Deutschen, was die da so intern mit Andersgläubigen anstellen, ist ja legal, steht bei denen ja so in den Nürnberger Rassegesetzen".

Wie man so konsequent vor Unrecht die Augen verschließen, bzw. jegliche Empathie sausen lassen kann, ist mir ein Rätsel.
[re:3] Tical2k am 10.10. 14:55
+1 -1
@sunrunner: Ein Unternehmen sollte sich zurecht nicht das Recht herausnehmen auf eine Landesentscheidung zu widersprechen - wie gesagt, dann gibt es ganz andere Probleme.
Wenn dann kann das Unternehmen sich an die eigene Regierung wenden und dann kann auf Landesebene diskutiert werden.

Es gibt einfach verschiedene Instanzen, denen man unterliegt und die abhängig sind je nachdem als was man agiert.
Für Unternehmen ist das in Relation zu ihrem Standort (Stadt, Bund/Staat, Land, Bündnis, usw. usf.) , wo sie ihr Angebot anbieten (lokal, global, bestimmte Märkte), was sie überhaupt anbieten, usw.
Das sieht für eine Einzelperson wieder anders aus, genauso wie für eine Regierung oder ein Land.
[re:4] sunrunner am 10.10. 15:33
+2 -
@DON666: Danke, mindestens einer, der so denkt und nicht versucht das schön zu rende, was China da macht, nur weil es "einer Landesentscheidung widersprechen würde"
China begeht hier knallharte, Menschenrechtsverletzende Zensur.
Dagegen sollte JEDER, auch ein Multimillionenenkonzern wie Apple,Google und weiß Gott wer sonst noch nicht pfeifen.....
Naja, ansichtssache.
Für mich wird es weiterhin dabei bleiben, dass sich die Konzerne alle schön brav bücken, damit die weiter ihr Geld bekommen.
[re:5] Fropen am 10.10. 17:38
+ -1
@sunrunner: dann reicht die Aussage Chinas, das Programm ist illegal.
Bei uns würde man halt als Begründung das Urheberrecht nehmen. Ist für uns ja ganz normal das mache Apps aus den USA in Deutschland fehlen.
[re:6] Fropen am 10.10. 17:47
+1 -
@DON666: das Problem ist nicht das Verschließen, sondern das nur selektive Aufmachen.
Saudi Arabien bekommt immer noch Waffen geliefert trotz des Jemenkriegs mit Hungersnöten und der größten Choleraepedemie seit Menschengedenken.
Oder Erdogan, der die Kurden in Syrien bedroht und unser Innenminister hat nicht besseres zu tun als im Milliarden für die Flüchtlingsabwehr zu versprechen.
Oder die unzähligen illegalen Kriege und Menschenrechtsverletzungen der USA.
Die gleichen Handlungen gegen die Proteste in Hong Kong gab es auch gegen die Gelbwesten in Frankreich, inklusive verlorener Augen, oder bei jedem G7-Gipfel. Selbst die Forderungen der Demonstranten sind ähnlich.
[re:7] Tical2k am 11.10. 07:46
+ -
@sunrunner: Nur mal so: Ich rede nichts schön, was China macht.
Falls es dir nicht aufgefallen ist, meine subjektive Meinung zum Thema "dahinter" (Zensur, Protestanten, Hongkong, usw.) habe ich größtenteils hier rausgelassen.
Ich versuche dir nur zu verdeutlichen wie unsere instanzierte globale Welt funktioniert, sofern dir das nicht selbst bewusst ist.

Und da ist für ein Unternehmen bei einer Aufforderung einer Landesregierung wie in diesem Fall "kuschen" (wie du es so schön nennst) erst einmal der beste Weg.
So wie Microsoft, Google, Apple und Co immer noch ihre Daten an die US-Regierung oder diverse Staatsdienste rausrückt, auch wenn sie offiziell davon nichts halten und teils sogar vors Gericht gehen. Deswegen können sie es sich dennoch nicht erlauben, das zu verweigern.

Du scheinst emotional das Thema "dahinter" leider mit reinzuvermischen, was man einfach nicht tun sollte. Ansonsten müsste man es auf vieles anderes anwenden und das wär selektives Handeln und dann fängt wieder die Diskussion an "nach welchen Vorstellungen agieren wir?" - denn dann gibt es deutlich größere Probleme.
Wenn du daher bitte einmal einen Schritt zurückgehst und versuchst das etwas distanzierter und abstrakter zu sehen, dann verstehst du vielleicht eher was ich meine.
[re:2] MancusNemo am 10.10. 14:02
+2 -1
@sunrunner: Da sind die Unternehmen aber teils selber an ihrer Firmenform schuld dran. Denn so muss man dem Gott des Gewinns huldigen. Ansonsten wäre man dazu nicht verpflichtet und könnte China den rücken kehren und sagen, hier ihr übertreibts oder das ist nicht in Ordnung.
[re:1] ZappoB am 10.10. 14:21
+1 -1
@MancusNemo: Das stimmt. Was hätten aber die Demonstranten dann davon? Wenn sich eine Firma aus einem Land zurückziehen muss, gilt das auch für die Online-Dienste. Also verschwinden nicht nur einzelne Apps, sondern der ganze Store.
[re:1] DON666 am 10.10. 14:47
+2 -2
@ZappoB: Wenn aber in dem Store dann nur noch die Apps zu finden sind, die garantiert NIRGENDS anecken, dann kannste das auch knicken.
[re:1] ZappoB am 10.10. 20:08
+ -1
@DON666: wieso nirgends? Das ist abhängig vom jeweiligen Land und kann individuell gehandhabt werden.
[re:2] DON666 am 10.10. 20:09
+1 -
@ZappoB: Nee, jetzt rein auf China bezogen. Und da eckt man ja bekanntlich ziemlich flott an...
[re:3] ZappoB am 10.10. 20:10
+ -
@DON666: ja, das stimmt allerdings.
[o2] bLu3t0oth am 10.10. 13:54
+1 -
Hätte man ja im Appstore irgendwie kenntlich machen können... Wenn Region=China, dann installbutton=deactived && App-Text="Wegen gesetzlichen Vorgaben ist diese App für sie nicht verfügbar" (oder so ähnlich)
Wäre doch ne elegante Lösung für Apple gewesen und die Chinesen starten sofort ihren VPN und ziehens auf Umwegen.
[re:1] ZappoB am 10.10. 14:22
+2 -1
@bLu3t0oth: Gute Idee, aber denkst du, damit hätte sich die Chinesische Regierung zufrieden gegeben?
[re:1] Tom 1 am 11.10. 06:16
+1 -
@ZappoB: Glaub ich auch nicht
[re:2] bLu3t0oth am 11.10. 12:44
+ -1
@ZappoB: Weiß man nicht
€dit: Dann wäre die Regierung ja im Zweifelsfall nochmal auf Apple zugekommen.. ABER die Bevölkerung wüsste dann bereits warum -> Ziel erreicht.
Desktop-Version anzeigen
Hoch © 2000 - 2020 WinFuture Impressum Datenschutz