Phishing: Netflix ist das beliebteste Ziel unter den Streaming-Angeboten

Von Witold Pryjda am 02.10.2019 15:47 Uhr
Netflix hat weltweit mehr als 150 Millionen Abonnenten, das Portal ist der mit Abstand größte Anbieter seiner Art. Da verwundert es nicht, dass Netflix auch zu den größten Zielscheiben für Phishing wird, weltweit ist man mittlerweile an der vierten Position für derartige Angriffe.

Beim so genannten Phishing versuchen Angreifer zumeist über gefälschte bzw. manipulierte Mails an die Login-Daten der jeweiligen Nutzer zu kommen. Bei den Streaming-Anbietern ist Netflix klare Nummer 1, denn selbst ein Spotify wird nicht so oft zur Zielscheibe für diese Art des Betrugs.

Eine interessante Analyse dieses Phänomens hat nun Adrien Gendre von Vade Secure auf Beta News veröffentlicht. Das Sicherheitsunternehmen untersucht und veröffentlicht regelmäßig die Statistiken zum Thema Phishing und im Report für das zweite Quartal des Jahres 2019 lag Netflix an der vierten Position. Das Wachstum ist groß, denn im Vergleich zum Quartal davor stiegen die Phishing-Versuche um 8,2 Prozent.

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Microsoft ganz oben

Die Top-Position als Phishing-Ziel hält Microsoft inne, zum fünften Mal in Folge. Dahinter kommen PayPal und Facebook. Diese gelten in der Szene als besonders lukrative Ziele. Bei Phishing werden Konten bzw. persönliche Daten am Schwarzmarkt angeboten und verkauft.

Gendre schreibt, dass Netflix-Konten gar nicht einmal so viel wert sind, denn sie bringen den Angreifern "nur" zwischen einem und drei Dollar. Das klingt nach wenig, in der Masse kommen bei solchen Angriffswellen aber ordentliche Summen zusammen.

Interessant ist dabei nicht unbedingt, was mit den abgefangenen Netflix-Konten gemacht wird, sondern wie das Phishing abläuft. Denn die Versender von solchen E-Mails nutzen etwa Hypes rund um neue Serien aus. Das bedeutet etwa, dass die Mails immer dann zunehmen, wenn mit großer Spannung erwartete Inhalte wie Stranger Things anlaufen.

Kurz davor bekommen viele Menschen gefälschte E-Mails, die ihnen mitteilen, dass ihr Konto gesperrt wurde und sie ihre Login-Daten in einem bestimmten Web-Interface eingeben müssen. Der Beitrag hat diverse ähnliche Fälle zu bieten, wie mit ausgeklügelten Social-Engineering-Methoden gearbeitet wird.
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