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PhotoChromeleon: Gegenstände lassen sich beliebig umfärben

Von Christian Kahle am 11.09.2019 13:47 Uhr
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Die Fähigkeit der Farbveränderungen beim Chamäleon faszinieren die Men­schen schon lange. Nun haben Wissenschaftler des MIT eine Tinte ent­wi­ckelt, deren Farbe sich nach Bedarf anpassen lässt - und mit dieser lässt sich nicht nur Kleidung einfach neu einfärben.

Das PhotoChromeleon-Projekt, in dessen Rahmen der Farbstoff entwickelt wurde, dürfte man eigentlich bei den Materialwissenschaftlern suchen. Der führende Autor des entsprechenden Papers ist allerdings Yuhua Jin, ein Postdoc vom Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) am MIT. Dieser betonte, wie einfach es sei, das Aussehen von Schuhen oder Smartphone-Hüllen durch die Nutzung der Tinte einfach jeden Tag neu festzulegen.

Um dies zu erreichen, griffen die beteiligten Forscher auf lichtempfindliche Farbstoffe in den Grundtönen Cyan, Magenta und Gelb zurück. Deren Farbwirkung lässt sich durch eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht verändern. Je nach der eingesetzten Frequenz können so kräftigere oder blassere Töne hervorgerufen werden und durch entsprechende Mischungsverhältnisse dann ein großes Farbspektrum.

PhotoChromeleon: Tintenfarbe lässt sich mit UV-Licht ändern

Drucken mit Licht

Grundsätzlich kann ein mit der Tinte beschichtetes Objekt so natürlich im einfachsten Fall komplett umgefärbt werden. Da sich das kurzwellige UV-Licht aber auch sehr gezielt einsetzen lässt, kann man auch komplexe Muster auf einen Gegenstand malen. Dafür wird der neue Farbentwurf beispielsweise in einer Software entworfen und anschließend zeichnet man mit einem modifizierten 3D-Drucker, dessen Druckkopf durch einen Projektor ersetzt wurde, die Bilder auf das Objekt.

Allerdings ist es bisher nicht möglich, die Farbschattierungen sehr kurzfristig zu verändern - die Tinte kann also eher nicht für einfache Displays genutzt werden. 15 bis 40 Minuten benötigt jeder Farbstoff, um sich voll zu entfalten. Das reicht aber aus, um Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, Kleidungsstücke, Telefonhüllen oder letztlich sogar Autos mit einem neuen Design zu versehen, ohne das ganze Produkt auszutauschen und Müll zu erzeugen.

Siehe auch: Dünne Oberfläche aus dem 3D-Drucker ist ein regelrechter Sound-Killer
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