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Jack Ma vollzieht Kehrtwende: Arbeitszeit sollte auf 12 h/Woche sinken

Von Christian Kahle am 30.08.2019 08:48 Uhr
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Der chinesische Tech-Milliardär Jack Ma hält sich hinsichtlich seines kürzlichen Lobes für extrem lange Arbeitswochen wohl falsch verstanden. In einem neuerlichen öffentlichen Auftritt argumentierte er nun für eine gänzlich andere Richtung. Er bleibt dabei bei einer Arbeitszeit von 12 Stunden - allerdings nicht mehr am Tag, sondern in der Woche.

"Bei jeder technologischen Revolution machen die Leute sich Sorgen", erklärte er während eines Bühnen-Gespräches mit dem Tesla-Gründer Elon Musk in Shanghai. Seit 200 Jahren würden viele Menschen immer wieder mit der Furcht leben, dass die technologische Entwicklung ihnen die Jobs wegnimmt. Offenbar hat er inzwischen eingesehen, dass es da keine Lösung ist, exzessive Arbeitszeiten einzufordern.

Im Frühjahr hatte er es insbesondere für junge Menschen quasi als Ideal dargestellt, an sechs Tagen pro Woche jeweils zwölf Stunden zu arbeiten. Davon rückte er nun aber insofern ab, dass er anerkennt, dass in Zukunft viele Jobs wegfallen werden und es besser wäre, die noch vorhandene Arbeit einfach auf mehr Schultern zu verteilen. Denn sonst würde es wohl unweigerlich darauf hinauslaufen, dass eine bestimmte Menge an Leuten sehr viel arbeitet und sehr viele Leute schlicht keine Jobs mehr finden.

Drei Tage arbeiten reicht

"Ich denke, die Leute sollten dann nur noch drei Tage pro Woche und jeweils vier Stunden am Tag arbeiten", erklärte der Unternehmer. Das wäre eine deutlich radikalere Verkürzung der Arbeitszeiten, als es selbst von progressiven Kräften heute zu fordern gewagt wird. Selbst die Forderung nach der Umsetzung einer 30-Stunden-Woche wird von der Wirtschaft seit Jahren massiv bekämpft.

Allein die Fortschritte in der Digitalisierung und der globalen Vernetzung haben die Produktivität weltweit massiv in die Höhe getrieben. Und die Fortschritte in der Entwicklung von KI-Systemen werden hier noch einmal deutliche Schübe bringen. Die Fortschritte dringen aber immer wieder nur zaghaft zu den Beschäftigten durch - auch wenn die Wochenarbeitszeiten zumindest im längerfristigen Vergleich inzwischen doch deutlich gesunken sind.

Siehe auch: Alibaba-Chef: 72-Stunden-Woche ist ein Segen für junge Mitarbeiter
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