Nutzt kaum Wer: Google Chrome streicht auch letzte FTP-Funktionen

Von Nadine Juliana Dressler am 17.08.2019 18:20 Uhr
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Google wird in den kommenden Versionen von Chrome langsam die FTP-Unterstützung auslaufen lassen. Laut einem Eintrag im Entwickler-Forum wird das Feature sehr wenig genutzt - daher wird es nun auch gestrichen.

Chrome dominiert den Browsermarkt

Das zumindest ist der aktuelle Plan, heißt es in einem Dokument im Chrome-Entwickler-Forum. Google Chrome soll ab der Version 82 dann FTP nicht mehr unterstützen - und damit der einzige der meistgenutzten Webbrowser sein, der das Protokoll nicht weiter direkt unterstützt. Benutzer können aktuell noch auf ftp://-Links klicken oder sie manuell in die Adressleiste des Browsers eingeben, um eine entsprechende Verbindung herzustellen. Laut der Statistik von Google machen das aber nur sehr wenige Anwender. Nur etwa 0,1 Prozent der Benutzer verwenden FTP im Browser, nur 0,03 Prozent laden dann auch etwas herunter. Daher sei es vertretbar, die Ressourcen die man derzeit in die Integration von sicheren FTP-Funktionen in den Browser steckt, künftig anderweitig zu nutzen.

Zeitplan für das Support-Ende

Google hat sich daher entschieden, die beiden noch verbliebenen FTP-Funktionen aus Chrome zu entfernen, nämlich die Anzeige einer FTP-Verzeichnisliste und das direkte Herunterladen von Ressourcen von FTP. Das Ganze erfolgt mit einer Timeline, die mit Chrome in Version 78 und der standardmäßigen Deaktivierung der FTP-Unterstützung starten wird. Über ein Flag oder eine Unternehmensrichtlinie kann man mit der Chrome-Version FTP aber weiterhin nutzen, heißt es im Entwickler-Forum.

Was sich sonst noch ändern wird

Weiter geht es dann im ersten Quartal kommenden Jahres und dem Ende in der stabilen Version 80. Schließlich will Google in der Version Chrome 82 dann auch alle verbleibenden Code-Schnipsel, die mit dem dann abgeschalteten FTP-Zugriff zu tun hatten, entfernt haben.

Mit der Version Chrome 82 sollen Nutzer dann automatisch auf den FTP-Client ihrer Wahl umgeleitet werden, wenn sie einen entsprechenden Link in Chrome anklicken. Genügend Auswahl an guten und teils auch kostenlosen Programmen gibt es ja.

Chrome-Benutzer, die PAC-Skripte von FTP laden, müssen laut Google "auf andere Mittel zum Abrufen von PAC-Skripten umsteigen", sobald Chrome 82 an den stabilen Kanal freigegeben wird. Unter 0,0002% der Nutzer holen PAC-Skripte über FTP nach Google.

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