YouTube vs. Urheber: Videos könnten bald wieder schneller rausfliegen

Von Christian Kahle am 16.08.2019 16:04 Uhr
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YouTube dreht an den Stellschrauben zum Umgang mit Urheberrechten - und warnt die Video-Produzenten vorsichtshalber, dass dadurch mehr Clips offline genommen werden könnten. Im Gegenzug können die Uploader auch nicht mehr so schnell und unberechenbar Werbeeinnahmen verlieren wie bisher.

Die Google-Tochter wird es nicht mehr so einfach möglich machen, dass Rechteinhaber die Monetarisierung eines Videos auf ihr Konto umleiten können, wenn beispielsweise ein kurzer Schnipsel eines Songs als Beiwerk im Hintergrund auftaucht. Bisher konnte das ziemlich zügig geschehen, wenn der ContentID-Filter Muster eines geschützten Werkes erkannte.

Das Verfahren soll eigentlich dafür dienen, dass nicht mehr so viele Videos gesperrt werden und die Nutzer unzufrieden sind. Wer also beispielsweise arglos einen urheberrechtlich geschützten Titel als Hintergrundmusik einsetzt, kann davon ausgehen, dass sein Clip trotzdem online bleibt. Die Werbeeinnahmen fließen dann allerdings an den Rechteinhaber des Musikstückes, wenn dieser Ansprüche stellte.

Mehr Feinabstimmung bitte

Dies führte aber auch zu diversen extremen Situationen. Manchmal reichte es, wenn nur kurz ein Auto vorbeifuhr, in dessen Radio ein geschützter Song lief. Dieser wurde vielleicht vom Video-Produzenten noch nicht einmal wahrgenommen, von der aufmerksamen Software aber schon. In solchen Fällen soll der Rechteinhaber die Werbeeinnahmen nun nicht mehr umleiten können. Allerdings wird trotzdem zur Sicherheit ein Flag gesetzt und es kann im schlimmsten Fall passieren, dass das Video dann auf Zuruf des Rechteinhabers komplett gesperrt wird.

YouTube verschärft allerdings auch die Regeln für die Sperr-Forderungen. Die Rechteinhaber müssen hier nun beispielsweise den genauen Zeitrahmen angeben, in dem ein Video ihrer Ansicht nach ihre Rechte verletzt. Das ist notwendig, damit die Mitarbeiter YouTubes schneller eine ordentliche Prüfung vornehmen können. Und es bleibt abzuwarten, wie konsequent Musikfirmen dem nachgehen werden.
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