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Osram: Mit Apple-Zulieferer statt Heuschrecke in die Zukunft

Von Christian Kahle am 13.08.2019 16:30 Uhr
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Der Beleuchtungs-Spezialist Osram könnte nun doch vom österreichischen Halbleiter-Unternehmen AMS aufgekauft werden. Rund um diese Option gab es zuletzt einiges Hin und Her, was aber eher formale Gründe hat. Dafür locken nun mehr Geld und die Möglichkeit, gemeinsam neue Geschäftsbereiche zu erschließen.

Die Traditionsmarke Osram ist seit einiger Zeit in der Krise und hat die Firmenstruktur bereits dahingehend umgebaut, dass die Konzentration auf High End-Leuchtmitteln liegt. Trotzdem kommt man nicht aus eigener Kraft auf die Beine. Das Management wollte daraufhin den Aktionären einen Verkauf ihrer Anteile an klassische Finanzinvestoren schmackhaft machen. Doch wichtige Anteilseigner sahen deren Gebot von 35 Euro je Aktie als deutlich zu niedrig an.

Insbesondere natürlich, weil es im Grunde auch das Angebot von AMS gibt. Die Österreicher wollen 38,50 Euro je Anteilsschein zahlen. Und sie wollen die Produktion beider Unternehmen zusammenführen, wodurch Produktneuheiten wie Kombinationen von Leuchtmitteln und Sensoren möglich würden. AMS hat dabei außerdem Zugang zu einigen interessanten Großkunden. So ist die Firma unter anderem Zulieferer von Apple.

Finanzierung soll stehen

Dass man das Interesse der Österreicher nicht so recht ernst genommen hat, lag wohl schlicht daran, dass diese deutlich kleiner sind als Osram. Doch wäre die Finanzierung einer Übernahme wohl gesichert. Zwei große Investmentbanken würden hier unterstützend mit einspringen. Hier soll es um HSBC und UBS gehen, die 4,2 Milliarden Euro zuschießen könnten.

Dass es bisher keine richtige Offerte gab, soll schlicht daran liegen, dass dies gegen Abkommen zwischen AMS und Osram verstoßen würde. Die Osram-Aktionäre müssten hier erst zustimmen, dass sie mit einem anderen Weg einverstanden sind. Derweil soll AMS auch daran gearbeitet haben, die Bedenken der Gewerkschaft IG Metall auszuräumen. Unter anderem will man Beschäftigungsgarantien geben und einen Teil der Produktion aus Asien zurück nach Europa holen.
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