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Jetzt wurde auch Microsoft ertappt: Skype-Aufnahmen werden angehört

Von John Woll am 07.08.2019 21:03 Uhr
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Die Tatsache, dass externe Mitarbeiter Aufnahmen von Siri, Alexa und dem Google Assistent auswerten, hatte vor Kurzem für große Aufregung gesorgt. Jetzt trifft es auch Microsoft: So lässt der Konzern laut Bericht ebenfalls Aufnahmen, die bei Skypes Übersetzungsfunktion angefertigt wurden, von Auftragnehmern überprüfen - auch Cortana-Befehle seien betroffen. Die Datenschutzerklärung liefert hierauf aber keinen konkreten Hinweis.

Microsoft gerät durch die Skype-Übersetzungsfunktion ins Kreuzfeuer

"Auftragnehmer, die für Microsoft tätig sind, hören sich persönliche Konversationen von Skype-Nutzern an, die mit der Übersetzungsfunktion der App geführt wurden": Mit diesem klaren Satz erhebt Motherboard in seinem aktuellen Bericht schwere Anschuldigungen gegen den Redmonder Konzern. Demnach will man von einem Microsoft-Mitarbeiter "interne Dokumente, Screenshots und Audioaufnahmen erhalten haben" die diese Vorgehensweise belegen können.

So bewirbt Microsoft den Skype Translator
"Die Tatsache, dass ich überhaupt einiges davon mit euch teilen kann, zeigt, wie lax der Umgang im Bezug auf den Schutz der Nutzerdaten ist", zitiert Motherboard den Microsoft-Insider. Man habe der Quelle Anonymität garantiert, damit diese offen über die Praktiken berichten kann, obwohl sie einer Geheimhaltungsvereinbarung unterliegt. Neben Aufnahmen von Skypes Übersetzungsfunktion berichtet der Informant darüber, dass auch Sprachbefehle an Cortana auf diese Weise analysiert werden.

Ähnlich, wie das schon im Fall von Apple, Google und Amazon beschrieben wurde, will Motherboard vor allem Aufzeichnungen mit einer typischen Länge von fünf bis zehn Sekunden zugespielt bekommen haben, laut der Quelle würden aber auch längere Ausschnitte von externen Mitarbeitern angehört. Die Inhalte seien dabei oft sehr persönlicher Natur, auch "Dinge, die man klar als Telefonsex beschreiben kann" wären unter den Aufnahmen.

Kleine Aufzeichnungen, großer Ärger?

In einem Statement gegenüber Motherboard betont Microsoft, dass man sehr um den Datenschutz der Nutzer auch "im Sinne der europäischen Gesetze" bemüht sei. Man weise sowohl in den "Skype Translator FAQ sowie der Dokumentation zu Cortana" darauf hin, dass das Unternehmen "Sprachdaten nutzt, um die Dienste zu verbessern". Wie Motherboard anmerkt, fehlt in diesen Dokumenten aber der konkrete Hinweis darauf, dass die Aufzeichnungen auch durch Menschen analysiert werden können.

Microsoft führt weiter aus, dass Audioaufnahmen an entsprechende Auftragnehmer nur mittels eines "sicheren Online-Portals" übermittelt würden, außerdem würden Schritte unternommen, "identifizierende Informationen zu entfernen". "Wir bemühen uns darum, in Bezug auf das Sammeln und die Nutzung von Sprachaufnahmen transparent zu sein", so das Unternehmen. Wie das Statement weiter ausführt, werde der Umgang mit Sprachaufnahmen "stetig neu bewertet".
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