Aktuelle Zahlen zeigen: Huawei juckt das US-Embargo derzeit kaum

Von Witold Pryjda am 30.07.2019 13:45 Uhr
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Das Thema US-Sanktionen gegen Huawei ist Mitte Mai "ausgebrochen", seither vergeht praktisch kaum ein Tag ohne eine Meldung dazu. Dabei wird auch viel spekuliert, wie hart das Ganze das Unternehmen trifft. Nun hat Huawei seine Geschäftszahlen vorgelegt und diese zeigen: nicht besonders.

Huawei steht im Mittelpunkt des Handelsstreits zwischen den USA und China, dabei herrscht vor allem bei Verbrauchern viel Unsicherheit. Und zuletzt gab es immer wieder Marktforscher und sonstige Quellen, die vermeldet haben, dass das Smartphone-Geschäft einbricht und das Unternehmen einen massiven geschäftlichen Schaden nehmen wird.

Das ist - jedenfalls vorerst - nicht der Fall, im Gegenteil sogar. Denn Huawei hat heute seine aktuellen Zahlen vorgelegt und diese zeigen, dass der Umsatz zugelegt hat und das nicht zu wenig. Zwischen April und Juni lag der Umsatz bei 221,6 Milliarden chinesischen Yuan (umgerechnet 28,9 Milliarden Euro).

 Huawei ist in Deutschland Nummer 3

Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 23 Prozent und knapp die Hälfte des zweiten Quartals fällt in die Zeit des US-Embargos. Man kann zwar annehmen, dass der Umsatz ohne die Sanktionen noch höher ausfiele, wie hoch, wäre aber reine Spekulation. So oder so: Grund zur Sorge hat das Unternehmen im Moment nicht. Im ersten Halbjahr betrug der Umsatz 401,3 Milliarden Yuan (53,3 Milliarden Euro), als Netto-Gewinnspanne nannte der Konzern 8,7 Prozent.

Huawei konnte im ersten Halbjahr 118 Millionen Smartphones verkaufen, laut dem Konzern waren es in beiden Quartalen in etwa gleich viele, also 59 Millionen Stück. Auch das bedeutet eine satte Steigerung von 24 Prozent.

Folgen werden noch zu spüren sein

Huawei-Chairman Liang Hua sagte, dass die guten Zahlen auf dem selbstgelegten Fundament basieren, man konnte das Wachstum fortsetzen, obwohl man auf der so genannten "Entity List" des US-Handelsministeriums gelandet ist. Das bedeute aber nicht, dass keine Schwierigkeiten vor Huawei lägen, so Liang Hua, das Wachstum werde in Zukunft negativ betroffen sein: "Aber wir werden auf Kurs bleiben", so der Manager.
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