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Vorsicht: Perfide Betrugsmasche mit Rückbuchungen bei Amazon

Von Nadine Juliana Dressler am 28.07.2019 12:08 Uhr
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Der Marketplace von Amazon wurde schon das eine oder andere Mal von Betrügern genutzt, um ungerechtfertigte Mahnungen zu versenden und Geld abzuzocken. Ein neuer Fall, bei dem gleich ein Anwalt eingeschaltet wird, ist jetzt bekannt geworden - der Hintergrund ist aber noch vollkommen unklar.

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Darauf macht jetzt das Online-Magazin Golem aufmerksam. Dabei geht es um ein Unternehmen, das über Amazon Softwarelizenzen von Microsoft vertreibt - und zwar zu unglaublich günstigen Preisen. Es soll sich zum Beispiel um Office-Lizenzen für 1,89 Euro gehandelt haben - dabei sollten eigentlich bei jedem Käufer schon einmal die Alarmglocken läuten. Laut Golem war es dann so, dass lange nach dem eigentlichen Kauf über Amazon eine Rücküberweisung kam. Ein Betroffener hatte sich bei Golem gemeldet und den Fall wie folgt geschildert: Er hatte demnach im August 2018 von dem Händler JP Trading Enterprises aus Bünde eine Softwarelizenz für 1,89 Euro gekauft. Im April 2019 wurde ihm der Betrag dann ohne eine Begründung zurücküberwiesen.

Laut der Recherche von Golem ging es vielen Kunden so. Einige haben dann später wohl per Post erneut Zahlungsaufforderungen erhalten, mit der Begründung, es hätte sich um einen technischen Fehler gehandelt.

Hohe Anwaltskosten

Jetzt kommen seit einigen Wochen wohl auch Inkassoschreiben von einem Anwaltsbüro. Die geforderte Summe liegt dann schon bei über 70 bis 80 Euro, je nach der Summe des ursprünglichen Verkaufs. Die Käufer sollen den Betrag innerhalb von fünf Tagen überweisen, andernfalls wird mit einer erheblich teureren Klage gedroht. Das perfide dabei: Selbst Kunden, die nach der Rücküberweisung das Geld wieder eigenständig erneut überwiesen hatten, erhalten die Zahlungsaufforderung.

Golem berichtet weiter, dass sich einer der Betroffenen an Amazon direkt gewandt hat, um das Ganze prüfen zu lassen. Dem Onlinehändler sind demnach weitere Fälle bekannt. "Wir überprüfen den Sachverhalt, bitte keinen Zahlungsaufforderungen von dieser Firma nachgehen, das macht diese Firma bei einigen unserer Kunden", soll Amazon geantwortet haben. Wichtig dabei: Zahlungen müssten im Grunde bei Verkäufen über den Marketplace auch über Amazon abgewickelt werden und nicht direkt an die Firma gehen, wie das zunächst gefordert wurde.

Betroffene Kunden tauschen sich aus

Bei Google liest man jetzt zudem recht kuriose Bewertungen zu dem Unternehmen - dort melden sich angebliche Kunden, die mitteilen, dass sie den geforderten Betrag natürlich sofort überwiesen haben, denn sie hätten ja schließlich auch die Waren erhalten und im Grunde sie nie wirklich bezahlt. "Das sei alles rechtmäßig so." Andere Kunden lassen sich dagegen aus und halten sich nicht mit ihrer Meinung zurück zu dem Geschäftsgebahren der Firma an sich.

Amazon Betrug Rücküberweisung

Über diese Fälle haben schon zahlreiche Jura-Blogs berichtet, die sich mit Abmahnungen und Inkasso-Abzocke beschäftigen. Es ist dabei nicht ganz klar, ob das Abmahnmodell dabei das eigentliche Geschäftsmodell der Firma ist. Zudem hat sich in der Zwischenzeit die Geschäftsführung des Marketplace-Händlers geändert, nun soll eine Frau mit Wohnsitz in Litauen für das Unternehmen verantwortlich sein (via Anwalt24.de).

Laut dem Portal "Abmahnung - was tun" ist die Firma auch früher schon durch dubiose Geschäftspraktiken aufgefallen - unter anderem soll das Unternehmen Abmahnungen an etwaige Konkurrenten aufgrund von fehlenden Datenschutzerklärungen und Widerrufsbelehrungen versendet und rund 1500 Euro je Abmahnung gefordert haben.

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Siehe auch: Amazon Marketplace Fake-Verkäufer: LKA erklärt neue Betrugsmasche
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