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Amazon: Das 24h-Lieferversprechen kostet hunderte Millionen Dollar

Von Christian Kahle am 26.07.2019 15:10 Uhr
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Der Handelskonzern Amazon arbeitet einmal mehr an einem Projekt, das ihm auf Kosten höherer Gewinne ein weiteres Stück Vorherrschaft sichern soll. Zwar erwirtschaftete der Konzern zuletzt weiter satte Überschüsse, doch blieben diese aufgrund sehr hoher Investitionen hinter den Erwartungen zurück.

Seit einiger Zeit erfüllte Amazon endlich die Sehnsucht der Anleger nach ordentlichen Profiten. Diese blieben lange aus, weil das Management so gut wie alle Überschüsse stets gleich wieder in die Expansion und die Festigung der Marktmacht investierte. Erst das boomende Cloud-Geschäft ließ dann die Einnahmen in einem Maße steigen, dass daneben auch noch satte Überschüsse verblieben. Die Konzentration auf die Cloud sorgte aber auch dafür, dass im Shopping-Bereich die Dynamik etwas auf der Strecke blieb.

Das soll sich nun ändern. Konzernchef Jeff Bezos gab das Ziel aus, dass zukünftig alle Nutzer mit Prime-Mitgliedschaft ihre Bestellungen binnen 24 Stunden erhalten sollen. Um das aber allein schon in den USA realistisch hinzubekommen, muss die Logistik-Infrastruktur mit hohen Investitionen optimiert werden. Rund 800 Millionen Dollar hat Amazon allein im zweiten Quartal dieses Jahres in dieses Projekt gesteckt.

Es bleibt genug übrig

Und es sieht so aus, als hätte das auch schon Auswirkungen. Amazon steigerte den Umsatz in dem fraglichen Jahresviertel um 20 Prozent auf 63,4 Milliarden Dollar und betonte ausdrücklich auch neben dem zuletzt immer hervorgehobenen Cloud-Geschäft, dass der Boom der Handels-Sparte daran einen signifikanten Beitrag hatte.

Allerdings kletterten die zuletzt immer ordentlich gestiegenen Gewinne nur noch um 4 Prozent - hier hatten die Analysten im Vorfeld dann doch einiges mehr erwartet. Aber die enormen Investitionen hinterlassen eben ihre Spuren. Unter dem Strich blieb aber immer noch ein Überschuss von 2,6 Milliarden Dollar bestehen - eine Summe, von der Amazon-Aktionäre vor wenigen Jahren nur träumen konnten.

Siehe auch: Amazon-Angebote zu stark: Monopolkommission stört sich an Prime
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