Google-Bildsuche-Fail: Trump wurde als russische Marionette verspottet

Von Witold Pryjda am 26.07.2019 15:32 Uhr
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Donald Trump ist - vorsichtig formuliert - nicht der beliebteste bzw. unumstrittenste Präsident der Vereinigten Staaten, entsprechend viel Spott und Kritik bekommt "Nummer 45" auch. Nun leisteten sich ausgerechnet die eigenen Anhänger Trumps einen ziemlich peinlichen Fehler - und verspotteten ihn auf der Bühne als russische Marionette.

Donald Trump-Memes
Original und Fälschung

Es war ein Auftritt unter vielen, Trump sprach auf Einladung der konservativen studentischen Gruppe Turning Point USA vor rund 1500 seiner Anhänger. Auf eine Videoanzeige der Bühne war hinter Trump das kreis­run­de Symbol des offi­ziel­len Siegels des US-Präsidenten zu sehen. Soweit alles ganz normal. Doch beim näheren Hinsehen fiel der Washington Post auf, dass es auf dem Siegel gleich mehrere Unstimmigkeiten gibt.

Allen voran war statt dem üblichen Weißkopfseeadler eine Variante mit zwei Köpfen zu sehen, das erinnert an das russische Staatswappen und dessen doppelköpfigen Adler. Das ist eine Anspielung auf die angebliche russische Einflussnahme auf Wahlkampf und Politik Trumps.



Mehr als das: Statt dem Olivenzweig und Pfeilen hielt der Adler im veränderten Wappen Geldscheine und Golfschläger in seinen Fängen. Das ist sicherlich eine Anspielung auf Trumps Liebe zum Geld und Golf. Schließlich ist über dem Adler nicht länger das lateinische "E Pluribus unum" ("Aus vielen eines") zu lesen, sondern in Spanisch "45 es un titere" - "45 ist eine Marionette".

Keine Absicht

Als das Auftauchen dieses Wappens bekannt wurde, dachten viele an einen Streich oder eine Sabotageaktion mit einem gezielten politischen Statement. Mittlerweile ist klar: Es war schlichtweg ein Versehen. Denn laut CNN ist ein für die audiovisuelle Gestaltung des Auftritts zuständiger Helfer von Turning Point USA kurz vor dem Auftritt des Präsidenten daraufgekommen, dass die Auflösung des vorhandenen Logos nicht ausreichend ist.

Er griff deshalb zu Google und suchte schlichtweg nach dem Siegel des Präsidenten. Er fand auch eine hochaufgelöste PNG-Datei, aber eben mit der manipulierten Version. Aufgrund des Zeitdrucks bemerkte er den Irrtum nicht. Der Mitarbeiter wurde mittlerweile entlassen.
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