Praktisch fix: Apple kauft wohl Intels Modem-Sparte für 1 Mrd. Dollar

Von Witold Pryjda am 23.07.2019 10:41 Uhr
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Das Thema 5G ist auch für Apple wichtig, der kalifornische Konzern lässt sich hier aber etwas mehr Zeit als viele seiner Konkurrenten. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach werden die diesjährigen Apple-Smartphones ohne den Next-Gen-Mobilfunkstandard daherkommen, erst 2020 soll es soweit sein. Das hat womöglich auch geschäftliche Gründe.

5G steckt noch in den Kinderschuhen, erste passende Smartphones gibt es aber bereits, darunter von Huawei, Samsung und Oppo/OnePlus. Wenn Apple im September seine vermutlich drei neuen iPhones präsentiert, dann wird wohl keines ein 5G-Modem integriert haben. Apple will sicherlich abwarten, bis die Kinderkrankheiten überwunden sind und die Netze auch stehen.

Ein Grund dafür, dass sich Apple Zeit lässt, ist aber wohl auch, dass man die dafür benötigten Komponenten - also die 5G-Modems - im eigenen Haus haben und entwickeln will. Die Taktik des Unternehmens aus dem kalifornischen Cupertino ist nicht neu, Apple will seit jeher möglichst viel, wenn nicht sogar alles "in-house" produzieren.

Intel will verkaufen, Apple will kaufen

Das ist auch der Grund, warum man aktuell nach der Modem-Abteilung von Intel angelt. Und der Chiphersteller aus Santa Clara ist wohl auch willig, denn nach der Einigung von Apple und Qualcomm im langjährigen Patentstreit von Mitte April hat Intel praktisch zeitgleich seinen Ausstieg aus dem Geschäft mit 5G-Modems bekannt gegeben.

Apple will hier also zugreifen und dürfte laut einem Bericht des Wall Street Journal auch zum Zuge kommen und zwar zum Preis von einer Milliarde Dollar. Die Verhandlungen sollen demnach kurz vor der Unterzeichnung stehen, bei Abschluss würde Apple die gesamte Intel-Technologie samt Patenten und Mitarbeitern übernehmen.

Damit würde auch ein deutscher Standort in den Besitz von Apple gehen: Denn das Modem-Geschäft von Intel ist im bayerischen Neubiberg beheimatet, es kam durch eine Übernahme der Wireless Solutions-Abteilung von Infineon Anfang 2011 zum Chiphersteller.
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