Von wegen Windows: Microsoft will lieber Chat-Tool Teams verkaufen

Von Roland Quandt am 09.07.2019 10:47 Uhr
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Dass Microsoft versucht, seine Abhängigkeit von Windows als Einnahmequelle zu reduzieren, ist seit Jahren klar. Jetzt bekommt das Vertriebsteam der Redmonder anlässlich des Beginns des neuen Geschäftsjahres eine neue Marschrichtung diktiert, die dies noch deutlicher macht: statt Windows soll lieber der Slack-Klon Microsoft Teams verkauft werden.

Wie Microsoft-Spezialist Brad Sams bei Petri berichtet, will der Softwaregigant auf seiner im weiteren Verlauf dieses Monats stattfindenden Worldwide Partner Conference (WPC) in Las Vegas vor allem für ein Produkt trommeln: Microsoft Teams. Windows rückt stattdessen zunehmend in den Hintergrund, denn die unabhängigen Vertriebspartner von Microsoft sollen nun lieber den auf Business-Kunden ausgerichteten Chat-Client an den Mann bringen.

Marschrichtung für 2019: Teams!

Auf der WPC gibt Microsoft traditionell die Richtung für das neue Geschäftsjahr vor und versucht, sein Netzwerk von Vertriebspartnern jeweils auf bestimmte Produkte einzuschwören. In den vergangenen Jahren stand dabei fast immer Windows 10 im Mittelpunkt. Auch in diesem Jahr war eigentlich eher mit einem Windows-Fokus zu rechnen, schließlich nähern sich Windows 7 und Office 2010 unaufhaltsam dem endgültigen Ende ihres Support-Zeitraums, so dass ein neuer Upgrade-Zyklus ansteht.

Dass Teams immer mehr in den Mittelpunkt rückt, überrascht letztlich wenig. Microsoft will angeblich vor allem die Funktionen zur Sprachkommunikation bewerben, die an die Stelle der klassischen Telefonsysteme vieler Firmen treten sollen. Der Konzern selbst hatte erst vor einigen Wochen vollständig auf Teams als Hauptmittel zur internen Kommunikation umgestellt und dabei sein internes PBX-System abgeschaltet. Derartige IP-basierte Telefonanlagen sind noch weit verbreitet, werden aber zunehmend von Lösungen wie Teams ersetzt.

Für Microsoft bedeutet eine zunehmende Verwendung von Teams bei seinen Unternehmenskunden natürlich vor allem eines: mehr regelmäßige Einnahmen aus monatlichen Gebühren. Die meisten dieser Kunden nutzen ohnehin seit Jahren Windows und dürften bei entsprechendem Interesse an Teams ihr Upgrade auf Windows 10 ohnehin schon längst hinter sich haben. Mehr Details zu seinen Plänen wird Microsoft ab dem 14. Juli verraten, denn dann beginnt die WPC 2019 in Las Vegas.
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