Microsoft dementiert: Surface, Xbox & Co kommen weiter aus China

Von Roland Quandt am 09.07.2019 09:43 Uhr
Weil derzeit immer mehr große Marken auf den Druck der US-Regierung reagieren und die Fertigung ihrer Produkte aus China heraus in andere, meist südostasiatische Länder verlagern, gibt es entsprechende Gerüchte auch im Fall von Microsoft. Jetzt hat der Konzern derartige Berichte dementiert und erklärt, dass man keine Pläne hat, das "Reich der Mitte" zu verlassen.

Wie Tom's Hardware auf Anfrage von Microsoft erfuhr, gibt es keinerlei Pläne, auch nur Teile der Produktion seiner Produkte aus China abzuziehen. Damit widerspricht der Konzern direkt einem Bericht aus Asien, in dem davon die Rede war, dass Microsoft, Dell, HP, Amazon und diverse andere große Technologiefirmen die Fertigung ihrer Hardware aus China heraus verlagern wollen.

Microsoft erklärte, dass man die Produktion nicht verlagern wolle und auch nicht darüber nachdenke. Konkret hieß es ursprünglich, dass die Redmonder einen Teil der Produktion der Xbox-Konsolen von China nach Thailand und Indonesien umziehen lassen wolle. Auch die Geräte der Surface-Serie werden derzeit in China gefertigt, wobei Microsoft wie alle anderen großen Hersteller auf die Hilfe von Auftragsfertigern wie Pegatron und Foxconn setzt und selbst keine eigenen Werke in China betreibt.

Hintergrund des Ganzen sind natürlich die von der US-Regierung im Lauf der letzten Monate eingeführten neuen Strafzölle auf die Einfuhr von Produkten aus China. Diese betreffen inzwischen auch Elektronikgeräte und sorgen für deutlich erhöhte Kosten, die den Herstellern die ohnehin schon schmalen Margen vermiesen. Denkbar wäre, dass die jüngsten Annäherungen zwischen den USA und China zu einer Änderung von Microsofts internen Planungen geführt haben.

So hatten sich Amerikaner und Chinesen im Zuge von Gesprächen anlässlich des Treffens der 20 größten Industriestaaten darauf verständigt, ihre Verhandlungen in dem seit einem Jahr andauernden "Handelskrieg" wieder aufzunehmen. Die von den USA geplanten neuen Strafzölle auf in China produzierte Güter im Wert von über 300 Milliarden Dollar sollen eigentlich eine Höhe von 25 Prozent haben und würden Laptops, Tablets, Kopfhörer, SSDs und zahllose andere Elektronikgeräte betreffen.
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