Microsoft 'kapert' Teilen-Menü von Android für Werbung für eigene Apps

Von Witold Pryjda am 09.07.2019 09:12 Uhr
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Das Image des Redmonder Konzerns hat sich in den vergangenen Jahren stark gebessert, Microsoft gilt schon seit einer Weile wieder als "cool" bzw. ist man nicht länger als gieriger Quasi-Monopolist verschrien. Wenn das so bleiben soll, dann sollte das Unternehmen Tricks wie den nachfolgenden aber eher vermeiden.

Für praktisch alle Nutzer ist das größte rote Tuch, wenn es um ihr Mobilgerät geht, vorinstallierte Bloatware oder Software, die ohne ihr Zutun auf dem Gerät landet oder sich dorthin einschleichen will. Letzteres versucht aktuell Microsoft und das auf eine Weise, mit der man sich wohl kaum populär machen wird.

Denn Microsoft möchte Nutzern, die den Begleiter für das Smartphone oder eine Office-App installiert haben, "hilfreiche" Tipps zu geben, welche App sie sonst noch nutzen könnten. Denn in den Teilen- sowie "Öffnen mit"-Menüs schlägt das Smartphone bei Dateiendungen wie .pptx, .xlxs oder .docx die eigenen Apps vor, also PowerPoint, Excel und Word.

Microsoft bewirbt per Teilen seine Android-Apps

Diese Auswahlmöglichkeit bekommt man auch dann, wenn die dazugehörige App nicht bereits auf dem Nutzer-Smartphone installiert ist. In diesem Fall findet man neben dem Namen der App ein "Installieren" in Klammer, wie Android Police berichtet.

Das Verhalten ist nicht ganz neu, bereits vor einigen Wochen tauchte es auf. Damals war das Desktop-Gegenstück Your Phone noch in Beta, entsprechend dürften nicht allzu viele davon betroffen gewesen sein. Zudem verwenden wohl die wenigsten regelmäßig Office-Apps auf dem Smartphone, entsprechend selten bekommt man das zu sehen.

Zu viel des "Guten"

Doch Microsoft geht einen Schritt weiter: Denn man macht auch beim Teilen von Bildern "hilfreiche" Vorschläge und schlägt die Installation von OneDrive vor. Das Foto-Teilen ist im Gegensatz zu Word und Co. eine Standardtätigkeit auf dem Mobilgerät, somit kann man das deutlich häufiger erleben und wird das sicherlich auch für zu aufdringlich halten.

Aktuell ist dieses Verhalten allerdings nur auf Android Q (Beta) beschränkt. Microsoft ist der erste App-Anbieter, der sich an solchen "Tipps" versucht. Android Police meint, dass das derzeit noch nicht sonderlich störend ist, Betonung auf "noch". Denn falls andere Anbieter das entdecken, könnte das schnell unerträglich werden.
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