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Bundeswehr versteigert Laptops mit geheimen Verschlusssachen

Von Nadine Juliana Dressler am 06.07.2019 17:14 Uhr
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Die Bundeswehr hat laut einem Medienbericht ausrangierte Laptops verkauft - und geheime Verschlusssachen gleich mit, denn diese wurden vor dem Verkauf nicht gelöscht. Es soll sich nicht um einen Einzelfall handeln.

Die Verwertungsgesellschaft des Bundes, kurz Vebeg, verkauft im Auftrag verschiedener Behörden und Einrichtungen des Bundes dort ausrangierte Objekte per Auktion - vom Telefon über Fahrzeuge bis hin zu Hubschraubern, Booten und Zubehör aller Art. Einkaufen kann dort jedermann. Was man dabei dann tatsächlich erhält, ist allerdings wie bei vielen Auktionen ein Glücksspiel. So nun auch bei mindestens zwei Fällen, die der Süddeutschen Zeitung bekannt geworden sind. Beide Male kauften Privatpersonen über die Vebeg Laptops und erhielten zusätzlich eine nicht gelöschte Festplatte inklusive geheimer Verschlusssachen.

Daten zum Raketenwerfer vom Typ "Mars"

Laut der Süddeutschen haben sie in einem Fall mit einem Förster gesprochen, der auf seinem aus dem Bestand der Bundeswehr erworbenen Laptop Daten für den Raketenwerfer vom Typ "Mars" gefunden hat. Die Daten waren als Verschlusssache "nur für den Dienstgebrauch" gekennzeichnet, die Festplatte aus unerfindlichen Gründen von der Vebeg nicht gelöscht worden. Dabei kann es sich natürlich um einen Fehler bei der Überschreibung der Daten gehandelt haben, der der Vebeg nicht aufgefallen ist. Denn der Förster hatte gleich vier Rechner ersteigert, aber nur auf einem noch vorhandene Daten gefunden.

Beunruhigend ist zudem, dass der Förster den Passwortschutz mit wenigen Versuchen umgehen konnte. Denn der Rechner kam gesperrt bei ihm an. Auch weitere sensible Daten waren auf dem Gerät, vorrangig personenbezogene Informationen.

Laut der Süddeutschen liegt ihnen zudem noch ein weiterer Fall vor, in dem ein Käufer einen Bundeswehr-Laptop mit Top Secret-Dokumenten erhalten hat. Worum es sich im zweiten Fall handelt ist aber nicht bekannt.

Update 8. Juli 2019: Die Vebeg hat uns ein Statement zukommen lassen, in dem man klarstellt, wer für die Datenlöschung zuständig ist, nämlich der Auftraggeber: "Für die Löschung der Daten ist der Auftraggeber, in diesem Fall die Bundeswehr, zuständig. Bundesweit wird die Ware bei den in den Ausschreibungen angegebenen Dienststellen verkauft. Die Vebeg hat keine eigenen Lager."
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