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Samsung leidet, weil Huawei durch Embargo weniger Smartphones baut

Von Roland Quandt am 04.07.2019 09:20 Uhr
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Samsung gehört offenbar zu den ersten direkten Verlierern der Auswirkungen der US-Sanktionen gegen Huawei. Weil der chinesische Mobilfunkausrüster und Smartphone-Hersteller erheblich weniger Komponenten einkaufte, muss Samsungs Halbleitersparte wohl ihre Geschäftsprognose erheblich zusammenstreichen.

Wie die US-Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gehen diverse Analysten davon aus, dass Samsung jetzt wegen Huawei bluten muss. Im Zuge der am Freitag erwarteten Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen wird der südkoreanische Elektronikgigant wohl eine Halbierung seiner Gewinne für das zweite Quartal 2019 ankündigen. Weil ohnehin ein Überschuss an Chips vorhanden ist, wird das Ausbleiben einer Vielzahl von Bestellungen für Speicherhips und andere Komponenten von Samsung durch Huawei wohl eine stärkere Wirkung haben.

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Samsung verkauft mehr Smartphones aber weniger Chips

Zwar profitiert Samsungs Smartphone-Sparte deutlich von einem Rückgang der Nachfrage für Huawei-Geräte, doch gleichzeitig dürfte das Unternehmen nach Meinung von diversen Marktbeobachtern unter einem Rückgang der Bestellungen für seine Komponenten leiden. Die Analysten gehen davon aus, dass Huawei bis izu 40 Prozent geringere internationale Smartphone-Verkäufe hinnehmen muss und als Reaktion darauf auch die Produktion drosselt.

Weil der Markt für Arbeits- und Flash-Speicher relativ stark gesättigt ist, gibt es kaum andere Abnehmer, die derartige Produkte in einem Maßstab kaufen, wie es im Fall von Huawei bis zum Beginn des US-Embargos üblich war. Samsung muss daher die Preise senken, um seine Chips weiterhin in möglichst großen Stückzahlen zu verkaufen, was sich aber nunmal negativ auf den Umsatz aus ihrem Verkauf auswirkt.

Durch das Ausbleiben der Ordern von Huawei und die Marktsättigung und Verbindung mit den dadurch stark gefallenen Preisen für Flash- und Arbeitsspeicher muss Samsung nun angeblich einen bis zu 60 Prozent reduzierten operativen Gewinn vermelden, so jedenfalls die Schätzung einiger Experten. Inwiefern der koreanische Riese den Effekt der weggefallenen Speicherlieferungen an Huawei durch den Verkauf größerer Stückzahlen seiner eigenen Smartphones ausgleichen kann, bleibt zunächst offen.
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