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Netflix und Co. zeigen Wirkung: Video-Piraterie bricht massiv ein (aber)

Von Witold Pryjda am 28.06.2019 14:57 Uhr
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Es gab schon immer viele Nutzer, die gesagt haben, dass sie ja gerne auf Piraterie verzichten würden, wenn es legale Alternativen gäbe. Neueste Zahlen bestätigen das, denn in den USA, Deutschland und anderen europäischen Ländern ist das illegale Filesharing von Videos in den letzten zwei Jahren massiv zurückgegangen. Die Experten warnen aber: Das kann sich wieder ändern.

Es war bei Musik und Spotify so und ist nun auch beim Thema Video ganz ähnlich: Legale (Bezahl-)Alternativen sind das wirksamste Mittel gegen Piraterie. Das zeigt auch die neueste Studie von Ampere Analysis (via TorrentFreak). On-Demand-Streaming-Dienste sind längst zum Standard bei Film- und Serien-Konsum geworden, es gibt genug Auswahl und die Angebote sind auch immer bequemer geworden.

In fast allen untersuchten Ländern sind die Piraterie-Zahlen zurückgegangen und zwar fragten die Marktforscher, ob die Studienteilnehmer im vergangenen Monat einen oder mehrere Piraterie-Dienste oder -Seiten genutzt hätten. In Deutschland ging die Zahl zurück, allerdings war sie auch schon im ersten Quartal von 2017 mit drei Prozent relativ niedrig, im ersten Vierteljahr lag sie bei nur noch zwei Prozent.

Ampere Analysis: Video-Piraterie Q1 2017/2019

Halbiert

Deutlich besser zu sehen ist der Effekt in den USA und den Niederlanden. Denn dort kam es zu mehr als einer Halbierung und zwar von neun auf vier Prozent. Ähnlich ist es in Spanien, wo die Piraterie-Rate in Q1 von 2017 am höchsten war, denn dort fiel der Wert von zwölf auf zuletzt sieben Prozent. Einen Anstieg gab es lediglich in einem Land zu verzeichnen, in Dänemark steig die Piraterie-Rate von drei auf vier Prozent.

Richard Broughton, Chef von Ampere Analysis, sagte, dass in jenen Märkten, wo Dienste wie Netflix besonders populär sind, es auch die größten Rückgänge gegeben habe. Für Broughton ist das Thema Piraterie damit aber auch nicht erledigt: Denn er warnt, dass illegales Filesharing auch schnell wieder zurückkommen könnte. Nämlich dann, wenn der jüngste Trend zur Fragmentierung weitergeht. Denn immer mehr Medienunternehmen wollen ihr eigenes Süppchen kochen, statt ihre Inhalte an etablierte Dienste zu lizenzieren.
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