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Konsolen: Sony, Nintendo & Microsoft wehren sich gegen US-Strafzölle

Von Stefan Trunzik am 27.06.2019 08:13 Uhr
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Die von der US-Regierung geplanten Strafzölle auf Importe aus China bereiten den drei Konsolen-Herstellern Sony, Nintendo und Microsoft Probleme. In einem gemeinsamen Schreiben warnen die Konzerne die Trump-Administration nun vor den gravierenden, weltweiten Folgen.

Werden die Pläne der US-Regierung unter Präsident Donald Trump umgesetzt, könnten bald Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf sämtliche China-Importe in die USA anfallen. Auch Spielekonsolen wie die PlayStation 4 (PS4), Nintendo Switch und die Xbox One-Familie wä­ren davon betroffen. Schließlich wird ein Großteil der Gaming-Hardware in China gefertigt. Die eigentlichen Konkurrenten Sony, Nintendo und Microsoft schließen sich dahingehend zu­sam­men und kritisieren die Einführung weiterer Strafzölle in einem gemeinsamen Schrei­ben an den Handelsbeauftragten (USTR) der US-Regierung.

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In erster Linie könnten Spiele und Konsolen teurer werden

In dem siebenseitigen Brief (via Kotaku) erklären die drei Unternehmen, dass bei einer Durchsetzung der Strafzölle mit Mehrkosten von bis zu 840 Millionen US-Dollar gerechnet wird, die vor allem den amerikanischen Konsumenten treffen werden. Sie geben an, dass aktuell über 96 Pro­zent aller Spielekonsolen, die in die USA importiert werden, aus China stammen. Dort habe man die Produktionslinien über Jahre hinweg aufgebaut und viel Geld investiert. Es wäre laut Sony, Nintendo und Microsoft mit erheblichen Kosten verbunden, Änderungen an diesen Standorten vorzunehmen oder diese sogar in die USA oder ein anderes Land abseits von China zu verlegen.

Die Kosten würden dann vorrangig die Endverbraucher in den USA tragen, Jobs wären ge­fähr­det und natürlich auch das komplette Finanzierungsmodell von Spielekonsolen und deren Games. Ebenso ist ein weltweiter Anstieg der Preise für aktuelle Gaming-Systeme absehbar, sollten die drei Hersteller versuchen, die Mehrkosten durch Strafzölle auf Importe aus China in die USA nicht allein dem amerikanischen Spieler aufzuerlegen. Inwieweit die Entscheidung der US-Regierung die Preisgestaltung der Next-Gen-Konsolen PlayStation 5 (PS5), Xbox Project Scarlett und der eventuell erscheinenden Nintendo Switch Pro beeinflusst, ist bisher noch nicht abzusehen.

Die Konsolen-Hersteller sind nicht allein

Neben Sony, Nintendo und Microsoft stellen sich auch Unternehmen wie Apple, Dell, HP und Intel gegen die Zoll-Pläne der Trump-Administration. Unterm Strich ist die Tonalität in allen Äußerungen die gleiche. Strafzölle dieser Art sollen mehr Nach- als Vorteile für US-ame­ri­ka­ni­sche Unternehmen, Verbraucher und die gesamte Wirtschaft mit sich bringen. Ob und wann die geplanten Zölle eingeführt werden, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Die Gespräche zwischen den USA und China dauern noch an. Weitere Reaktionen werden nach dem G20-Gipfel erwartet, bei dem am Wochenende in Osaka (Japan) US-Präsident Donald Trump auf den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping treffen wird.

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