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Blizzard löst Shitstorm aus: WoW Classic ohne deutsche Server

Von Stefan Trunzik am 26.06.2019 08:00 Uhr
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Blizzard muss sich nach der Ankündigung, WoW Classic ohne deutsch­sprachige Server zu starten, der harten Kritik seiner Spieler stellen. Die Struktur mit europäischen RP-, PvP- und PvE-Realms kommt bei den wenigstens MMO-Fans gut an. Nun wird Feedback gesammelt.

Bereits Ende letzter Woche kündigte der Entwickler und Publisher Blizzard an, in der kom­men­den Classic-Version des Online-Rollenspiels World of Warcraft servertechnisch einen an­de­ren Kurs als bisher einzuschlagen. Stehen in der aktuelle Erweiterung "Battle for Azeroth" über 85 Server für Deutschland bereit, soll man zum Launch von WoW Classic Ende August nicht auf einen einzigen treffen. Stattdessen soll es verschiedene Realms für die Bereiche PvP, PvE und Rollenspiel geben, die für Europa ohne eine Aufteilung in Sprachen zur Ver­fü­gung gestellt werden.

World of Warcraft Classic

WoW-Classic-Foren quellen vor negativer Kritik über

Dass bei einer solch drastische Änderung der Server-Struktur einige Spieler auf die Bar­ri­ka­den gehen, hätte Blizzard im Vorfeld eigentlich klar sein sollen. Nun steht man vor einem bis­lang nicht endenden Shitstorm, der allein in den deutschsprachigen WoW-Foren ein Aus­maß von über 16.000 Posts angenommen hat. Die Sprachbarriere dürfte für die meisten Interessenten an WoW Classic das größte Problem darstellen, vor allem bei der Grup­pen­su­che im klassischen World of Warcraft. Andere wiederum zweifeln durch die Umstellung an der Authentizität des so genannten Vanilla-WoW.

Die Abonnenten des MMORPG machen ihrem Ärger nicht nur in den Foren Luft, auch in den sozialen Netzwerken scheint die Lage zu es­ka­lie­ren. Wie üblich gaben viele Spieler an, bei einer Umsetzung der europäischen Mega-Ser­ver ihr Abo zu kündigen. Es wurde sogar eine bisher wenig erfolgreiche Petition aufgesetzt, die von Blizzard lokalisierte Classic-Realms für die einzelnen Nationen verlangt. World of Warcrafts Community-Manager "Toschayju" konnte den Shitstorm bisher nicht bändigen. Schließlich gab er bisher nur bekannt, dass überhand nehmende Feedback an die zu­stän­di­gen Ent­schei­der weiterzureichen.

WoW-Fans erwarten ein aussagekräftiges Feedback

Damit gaben sich aber die wenigstens WoW-Spieler zufrieden, die Blizzard nun eine Hin­hal­te­tak­tik unterstellen. Auch wenn die Mühlen in einem Milliarden-Dollar-Konzern wie Activision Blizzard mit nahezu 10.000 Angestellten langsamer mahlen, scheint ein zeitnahes Statement vonnöten zu sein, um eventuell wieder Herr der Lage zu werden. Seit der Hochzeit mit 12 Millionen zahlenden Spielern weltweit im Jahr 2010 kämpft World of Warcraft mit stetig sin­ken­den Abonnentenzahlen. Auch wenn Blizzard keinen offiziellen Wert vorlegt, wird dieser mittlerweile auf unter zwei Millionen geschätzt. Mit WoW Classic sollte eigentlich der Anreiz geschaffen werden, auch ehemalige MMO-Spieler wieder zurück nach Azeroth zu bringen.

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