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Media Markt & Saturn wollen alte Mutter nicht vor Übernahme schützen

Von Christian Kahle am 25.06.2019 15:23 Uhr
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Alte Verbundenheiten zählen wenig, wenn man sich als Betreiber von Elektromärkten im Online-Zeitalter behaupten will. Die Dachgesellschaft von Media Markt und Saturn, Ceconomy, nimmt gerade wenig Rücksicht auf die Befindlichkeiten des ehemaligen Mutterkonzerns Metro und trägt ein gutes Stück zu dessen Fremdübernahme bei.

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hatte vor einiger Zeit Interesse an dem Handelskonzern gezeigt und begonnen, nach und nach Aktien aufzukaufen. Und weil die Metro nicht den einen großen Anteilseigner hat, kommt er damit auch ganz passabel voran. Seine Investmentfirma EP Global Commerce klopft nach und nach bei diversen Anteilseignern an und ist inzwischen auch bei der Ceconomy angekommen. Das geht aus einem Bericht des Manager-Magazins hervor.

Laut einer Mitteilung des Elektronik-Händlers wird man Anteile der Metro, die man trotz der zurückliegenden Trennung noch besitzt, an den Tschechen verkaufen. Es geht hier um 5,4 Prozent der gesamten Anteile des Händlers. Aktien im Wert von 3,6 Prozent hatte man bereits im letzten Herbst an EP Global Commerce abgetreten. Welche Preise hier gezahlt wurden, haben die Geschäftspartner nicht näher ausgeführt.

Management sträubt sich

Das Metro-Management hatte die Übernahmebestrebungen durch die Investmentfirma stets zurückgewiesen. Offiziell hieß es, man halte das Angebot für deutlich zu niedrig. Denn der Wertschöpfungsplan der Konzernführung werde schlicht nicht hinreichend berücksichtigt. Daher sollten Aktionäre besser nichts unternehmen, bis man eine ausführliche Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat veröffentlichen konnte.

Auch mit Blick auf den Aktienkurs scheint man hier nicht unbedingt große Gewinne mitnehmen zu können. Bei einem Wert der Anteile von 15,54 Euro wurden von Kretinsky ganze 16 Euro geboten. Allerdings fanden ausreichend Anteilseigner das bereits gut genug, um ihre Anteile abzugeben und die Tschechen sollen sich im Grunde schon rund 30 Prozent des Metro-Konzerns gesichert haben. Und nun sollen die zahlreichen Kleinaktionäre, die über die Hälfte der Aktien halten, erst gezielt angesprochen werden.

Siehe auch: Media Markt & Saturn: Zentrale KI soll Preiskampf gegen Amazon führen
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