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H2-Tankstelle explodiert: Brennstoffzellen in Autos erleiden Rückschlag

Von Christian Kahle am 12.06.2019 14:10 Uhr
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Brennstoffzellen, die Wasserstoff als Treibstoff für Autos nutzbar machen, bergen ebenfalls ziemlich gravierende Risiken. Das zeigt ein Vorfall in Norwegen, bei dem aus bisher ungeklärten Gründen eine Tankstelle für H2-betriebene Fahrzeuge in die Luft flog, wodurch in der Branche eine Kettenreaktion folgte.

Explodierte Wasserstoff-Tankstelle

Wie das Elektromobilitäts-Magazin Electrek berichtet, kam es am Montag zu einer Explosion der Wasserstoff-Tankstelle des Betreibers Uno-X in Sandvika. Hier kann von Glück gesprochen werden, dass es sich um eine reine Selbstbedienungs-Anlage handelt, die komplett ohne Personal arbeitet. So wurden nur zwei Personen verletzt, die gerade mit ihrem Auto an die daneben befindliche klassische Zapfsäule heranfuhren, als durch die Druckwelle ihre Airbags auslösten.

Während nun die Untersuchungen zur Unfallursache laufen, wurden alle weiteren Wasserstoff-Tankstellen des Landes erst einmal in einen Wartemodus geschickt. Nutzer von H2-betriebenen Fahrzeugen können also erst einmal keinen Treibstoff mehr beziehen. Die Anlagen dürften aber wieder in Betrieb gehen, wenn zumindest ausgeschlossen werden kann, dass ein technisches Problem am Zapfsystem die Explosion verursachte.

Toyota macht erst mal dicht

Allerdings wirft der Vorfall auch ein Licht darauf, dass Wasserstoff eben kein besonders leicht zu handhabender Energieträger ist. Toyota hat in Norwegen bereits Brennstoffzellen-Autos im Sortiment und stellt deren Verkauf jetzt erst einmal ein. Auch aus praktischen Gründen, erklärte Manager Espen Olsen, denn betankt werden können die Fahrzeuge aktuell ohnehin nicht.

Er betonte aber, dass man weiterhin auf dem Standpunkt stehe, dass Wasserstoff-Antriebe letztlich keineswegs unsicherer sind als ein klassischer Verbrennungsmotor. "Die Hydrogen-Tanks selbst sind so robust, dass man sogar mit einer Waffe auf sie schießen könnte, ohne dass es auch nur eine Beule gibt", so Olsen. Ebenfalls mit einem Verkaufsstopp und beruhigenden Aussagen reagierte Hyundai auf den Vorfall.

Allerdings weckt insbesondere Wasserstoff bei den Verbrauchern immer wieder Assoziationen mit besonderen Problemen. Das reicht fast hundert Jahre zurück, als die Explosion des Luftschiffes Hindenburg das Zeitalter der Zeppeline mit einem Mal beendete und das Gas bis heute in Verruf brachte.

Siehe auch: Elektroautos: Bosch steigt groß in Wasserstoff-Brennstoffzellen ein
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