Google ist das neue Microsoft: Android jetzt mit Menü zur Browserwahl

Von Roland Quandt am 11.06.2019 19:07 Uhr
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Es ist fast genau 10 Jahren her, dass Microsoft auf Druck der EU-Wettbewerbshüter ein Menü zur Wahl des vom Nutzer bevorzugten Standard-Webbrowsers unter Windows einführte. Praktisch zum Jubiläum ist jetzt Google an der Reihe, denn ab sofort gibt es die "Browserwahl-Menüs" auch unter Android.

Wie Kollege Caschy heute morgen feststellte, bekommen die ersten Nutzer von Android-Smartphones seit kurzem beim Öffnen der Google Play Store-App einen neuen Hinweis angezeigt. Darin wird den Anwendern die Möglichkeit gegeben, sich für einen alternativen Browser zu entscheiden. Damit reagiert Google offensichtlich auf die Entscheidung der EU-Kommission, dass der Internetkonzern mit Android seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt und somit den Wettbewerb behindert.

Google Browser-Wahl in Android

Google muss dem Nutzer nun die Wahl lassen, wenn es darum geht, welchen Browser er auf seinem Smartphone und Tablet einsetzen möchte. Das neue Menü, welches dem Anwender nur beim Öffnen des Play Stores begegnet, bietet laut den ersten Screenshots "zusätzliche Webbrowser" an und listet entsprechend einige zur Auswahl. Neben Chrome werden dem Nutzer dabei auch Opera, Firefox, der Puffin Web-Browser und der UC Browser angeboten.

Die Browserwahl-Option ist anscheinend nicht die einzige Neuerung, die Google jüngst auf Druck der EU-Wettbewerbsbehörden eingeführt hat. Hat man sich einmal für einen Browser entschieden - oder das Auswahlfenster einfach mit "Nein Danke" weggeklickt - folgt sogleich ein zweites Auswahlmenü. Darin bietet Google offenbar zusätzlich die Möglichkeit zur Auswahl einer bevorzugten Suchmaschine bzw. deren App. Auch in diesem Fall kann man das Fenster einfach übergehen und künftig wie zuvor mit den Google-eigenen Anwendungen weiterarbeiten.

Im Fall der Suchauswahl bekommt der User nun neben Google auch noch Apps von DuckDuckGo, Ecosia und Microsofts Bing-Suche zur Auswahl angezeigt. Im Grunde macht Google also genau das Gleiche, was Microsoft schon vor fast 10 Jahren umsetzen musste: Man gibt dem Nutzer halbherzig die Möglichkeit, alternative Apps auszuwählen, um so die Anforderungen der Wettbewerbshüter zu befriedigen. Wie erfolgreich man so den tatächlichen Wettbewerb fördert, muss sich erst noch zeigen.
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